Erkrath: "Ein bisschen Albernheit müssen wir uns bewahren"

Erkrath: "Ein bisschen Albernheit müssen wir uns bewahren"

Passend zum Weltfrauentag besuchte eine starke Frau den Rosenhof: Isabel Varell las dort aus ihrer Autobiografie "Mittlere Reife". Die Schauspielerin, Sängerin und Moderatorin gab einen Einblick in ihr Leben und die vielen Wendungen, die sie beruflich wie privat erlebt hat. Musikalisch begleitet wurde die 56-Jährige dabei von ihrem langjährigen Freund Christian Heckelsmüller.

Schon mit 13 stand Varell zum ersten Mal auf der Bühne. "Ich wollte immer Sängerin werden", erzählte sie. Also nahm sie an lokalen Talentwettbewerben teil, probierte sich im Licht kleiner Scheinwerfer aus. Für die Schule dagegen konnte sie sich weniger begeistern. Sie sei ein schwieriges Kind gewesen und von zwei Schulen geflogen. Hinzu kamen Streitereien mit ihrer alleinerziehenden Mutter, die der Tochter gegenüber nicht selten auch gewalttätig wurde. "Sie hat oft angedroht, mich ins Heim zu geben, und ich habe mir gewünscht, sie möge das doch tun. Damit ich dort wegkomme", so Varell.

Ihre Freiheit hat sie sich hart erkämpft. 1981 begann ihre Zusammenarbeit mit dem Produzenten Jack White. Sie brachte ihre ersten Lieder heraus, spielte die ersten Konzerte. Aus eigener Kraft erarbeitete sich Varell dann ihren Platz im Showgeschäft. Sie moderierte diverse TV-Sendungen, spielte Hauptrollen in Theaterstücken und Musicals und nahm 2004 sogar an der zweiten Staffel des RTL-Dschungelcamps teil. "Viele haben mich gefragt, ob ich diese Episode im Buch nicht lieber weglassen möchte", erzählte sie. "Aber das ist eine Geschichte aus meinem Leben - und langweilig war es dort bestimmt nicht." In der Lesung kam das Dschungelcamp dann allerdings nicht vor.

Mehr Raum nahm dagegen Varells erste, turbulente Ehe mit Drafi Deutscher ein. Ein anderes Kapitel widmete sie ihrer Zeit bei der Telenovela "Rote Rosen", wo sie ein Jahr lang die Protagonistin Andrea Weller spielte. "Das war eine sehr intensive Zeit, 14-stündige Arbeitstage waren keine Seltenheit. Aber ich habe es genossen, weil ich die Sendung immer wundervoll fand." "Rote Rosen" sei eine Serie über eine starke Frau, die sich trotz Schicksalsschlägen nicht unterkriegen lässt. Und dann gebe es ja noch tolle Frauenfreundschaften in der Serie. "In meiner Zeit dort bin ich jeden Tag ein bisschen gewachsen", sagte sie.

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Und Wachstum ist auch das zentrale Thema der Autobiografie. Nicht zufällig findet sich das "Reifen" schon im Titel des Buches. "Ich glaube ja, dass unser Reifeprozess nie abgeschlossen ist", betonte Varell. "Wer glaubt, schon alles erlebt zu haben, ist alt." Aus ihrem Reifeprozess teilte sie mit dem Publikum diverse Anekdoten - gelesen, erzählt oder gesungen. Sie wirkte dabei, wie eine Frau, die mit sich im Reinen ist.

Ab April ist Varell übrigens als Velma von Tussle im Musical "Hairspray" im Düsseldorfer Capitol Theater zu sehen.

(rab)