Prozess in Düsseldorf Erkrather als Spion für Moskau verurteilt

Düsseldorf · Wegen geheimdienstlicher Tätigkeit gegen Deutschland und die USA ist ein 66-jähriger Reserveoffizier aus Erkrath vom Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf verurteilt worden. Das sind die Hintergründe zum Fall.

Ein 66-jähriger Reserveoffizier aus Erkrath wurde am Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Spionage verurteilt.

Ein 66-jähriger Reserveoffizier aus Erkrath wurde am Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Spionage verurteilt.

Foto: dpa/Marius Becker

Der Angeklagte Ralph G., der auf Freispruch gehofft hatte und stattdessen ein Jahr und neun Monate auf Bewährung bekam, nahm das Urteil sichtlich betroffen entgegen. Denn der dreimonatige Prozess mit zwölf Verhandlungstagen hatte einen merkwürdigen Verlauf genommen: Angeklagt war ein mutmaßlicher Spion in Moskaus Diensten, der aus russischer Sicht offenbar gar keiner war und der auch gar keine Geheimnisse verraten konnte, weil er dazu keinen Zugang hatte. Die engen Beziehungen des Oberstleutnants der Reserve zu Russland basierten auf der ehrenamtlichen Arbeit für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Im Rahmen der Pflege deutscher Soldatengräber in Kaliningrad, früher Königsberg, hatte er in einem Museum seine heutige Ehefrau kennengelernt.