Die Zahl der Straftaten in Erkrath wächst

Erkrath : Zahl der Straftaten in Erkrath wächst

Die Polizei verzeichnete 2018 insgesamt 2598 Fälle, 2017 waren es noch 2431. Aber es gab weniger Einbrüche.

Der Fall ist den Polizeibeamten in Erkrath noch eindrücklich in Erinnerung. Im September 2018 wurden die Einsatzkräfte zu einem Mehrfamilienhaus gerufen. Sie verschafften sich gewaltsam Zutritt zu der Wohnung und trafen den Inhaber mit einem Messer in der Hand an. Damit bedrohte er die Polizisten und griff sie an.

„Die Gefahr konnte nur durch den Einsatz der Schusswaffe abgewehrt werden. Der Angreifer erlitt dabei eine Verletzung im Bereich des Oberschenkels“, heißt es jetzt im Jahresbericht der Kreispolizeibehörde Mettmann. Auch an die Steinwürfe aus Linienbusse sowie die Autobrände im Sommer vergangenen Jahres erinnern die Verfasser des Berichts.

Die Bilanz für das ereignisreiche zurückliegende Jahr ist seitens der Kreispolizeibehörde denn auch durchwachsen: Die so genannte Kriminalitätshäufigkeitszahl ist für Erkrath 2018 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Diese Kennzahl beleuchtet die Kriminalitätsdichte einer Kommune und setzt die Anzahl der Straftaten pro Jahr ins Verhältnis mit 100.000 Einwohnern. Damit wird die Kriminalitätsentwicklung vergleichbar. Ergebnis: In Erkrath liegt sie bei 5850 – leicht höher als im gesamten Kreis, wo sie einen Wert von 5761 erreichte.

Aber auch in absoluten Zahlen zeigt sich, dass es im vergangenen Jahr in Erkrath mehr Straftaten gab: Wurden 2018 noch 2598 Fälle gezählt, waren es 2017 genau 2431. Die Aufklärungsquote gibt die Polizei mit 52,58 Prozent an, im Vorjahr waren es 50,23 Prozent.

Insgesamt wurden 973 Tatverdächtige ermittelt. Davon waren 260 unter 21 Jahre. Das heißt, mit 26,8 Prozent wurde mehr als ein Viertel aller Straftaten in Erkrath von Menschen unter 21 Jahre verübt. Die Fallzahlen im Bereich Wohnungseinbruch sind indes gesunken – von 103 Fällen im Jahr 2017 auf jetzt 69 Taten. Davon blieben 42,23 im Versuch stecken.

Die Fallzahlen im Bereich der Straßenkriminalität ist leicht von 622 auf 661 gestiegen, die der Gewaltkriminalität im gleichen Zeitraum von 90 auf 86 gesunken. Bei der Gewaltkriminalität lag die Aufklärungsquote mit aktuell 76,74 Prozent am höchsten, im Vorjahr betrug sie indes noch 82,22 Prozent.

Auch die Verunglücktenhäufigkeitszahl – also die Zahl der Unfallopfer auf 100.000 Einwohner – wächst in Erkrath und liegt aktuell bei 277 nach 252 im Jahr 2017. Das ist eine Steigerung von 9,9 Prozent. Zum Vergleich: Im gesamten Kreis liegt sie bei 369. Damit liegt die Entwicklung in Erkrath deutlich unter dem Durchschnitt des Kreises. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 91 Verkehrsunfälle mit Personenschaden sowie 301 Fahrerfluchten gezählt. Der Anteil der Rad- und Pedelec-Fahrer ist mit 23 an allen Verkehrsopfern am größten, gefolgt von Fußgängern (18), Motorrad- oder Mopedfahrern (9).

Im Jahr 2018 verunglückten elf Kinder, 15 junge Erwachsene und 32 Senioren. 16 Menschen wurden schwer verletzt, 107 leicht. Verkehrstote gab es nicht.

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