Die DLRG hat eine neue Nachwuchs-Gruppe am Unterbacher See

Wasserrettung : Jugendliche sind als Retter im Einsatz am Unterbacher See

Druckverband legen, Blutdruck messen, Wiederbeleben – während andere Jugendliche ihren Freitagabend im Kino oder im Partykeller verbringen, übt der Nachwuchs der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in der Wasserrettungsstation der DLRG am Unterbacher See für den Notfall.

Jugend-Einsatz-Team oder kurz JET nennt sich die Nachwuchstruppe, die in diesem Jahr gegründet wurde und bereits ihre ersten Einsätze am Strandbad hatte.

Einmal pro Monat kommen die 15 Kinder und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 16 Jahren am Unterbacher See zusammen. Dabei sollen sie auf spielerische Weise lernen, wie sie im Notfall richtig reagieren können. Für die DLRG ist die Gruppe ein wichtiges Mittel zur Rekrutierung von Nachwuchshelfern.

Weil immer weniger Menschen vernünftig schwimmen können, kommt es häufiger zu Notsituationen. „Aber auch erfahrene Schwimmer können mal einen Krampf bekommen“, sagt Jugendvorsitzender Max Chazan. Zusammen mit anderen Vereinsmitgliedern bringt der 21-Jährige als Teamleiter den Jugendlichen das Wissen für Rettungseinsätze bei. Die meisten Teamleiter sind nur geringfügig älter als die Jugendlichen. So lässt sich eine vertraute Atmosphäre aufbauen, man versteht einander.

Neben Erster Hilfe lernen die Jugendlichen den Umgang mit Rettungsgeräten, Grundlagen zum Funken oder Bootfahren. Abseits davon treffen sie sich einmal pro Woche, um ihre Schwimmfähigkeiten zu verbessern und sich Rettungsabzeichen zu verdienen. Aber es geht nicht nur um die Ausbildung. Auch Spaß und Gemeinschaft sind den Teamleitern wichtig. So wird regelmäßig miteinander gegrillt oder gemeinsam in den Vereinsräumen übernachtet.

Die Jugend-Einsatz-Gruppe trägt ihren Namen nicht ohne Grund: Kurz nach ihrer Gründung ging es für die Jugendlichen bereits in den Einsatz an den Unterbacher See. Als Wachhelfer haben sie dabei an den Wochenenden bei der Überwachung des Badebetriebs die älteren und erfahrenen Mitglieder unterstützt. Eine herausfordernde Erfahrung für den Nachwuchs. „Am Anfang hatte ich etwas Angst, dass mich keiner ernst nimmt“, sagt Sven (15).

Doch seine Sorge war letztlich unbegründet. Nicht zuletzt, weil ihnen immer ein erfahrener Wachgänger zur Seite stand und in Notfällen das Zepter in die Hand nahm. Dabei wechselten sich die Jugendlichen in einstündigen Schichten ab, während der Rest der Gruppe gemeinsam am See lag oder Schwimmen ging. So wurde aus der Pflicht gleichzeitig auch eine Gruppenaktivität.

Entsprechend positiv fällt auch das Fazit aus: „Die Wachbegleitung hat viel Spaß gemacht“, sagt der 13-jährige Max. Er kam über einen Schwimmkursus zu dem Verein und ist schon seit vielen Jahren Mitglied.

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