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Das Eschensterben beunruhigt Erkrather und Haaner

Fällarbeiten im Düsseltal : Eschensterben beunruhigt Erkrather und Haaner

Bei Bracken in Gruiten und im Umfeld der Kläranlage werden jede Mengen Eschen gefällt. Das Problem ist jedoch überregional.

Sie ist oft 40 Meter hoch und kann bis zu 300 Jahre alt werden: Die Esche ist ein eindrucksvoller Laubbaum in Europa. In der nordischen Mythologie ist sie der Weltenbaum, der den gesamten Kosmos repräsentiert, Wenn sie zu beben (oder zu welken) beginne, heißt es, nahe das Ende der Welt. Ausgerechnet ein winziger, unscheinbarer weißer  Pilz schickt sich nun an, einen Großteil der Eschenpopulation hierzulande zu zerstören. Hymenoscyphus pseudoalbidus, auch „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ genannt, hat sich mittlerweile in 22 Ländern Nord-, Ost- und Mitteleuropas etabliert.

Wie zuletzt in Erkrath (Thekhaus und Neandertal) tritt das Problem in diesen Tagen auch in Gruiten offen auf: Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann teilt denn auch mit, dass aus Gründen der Verkehrssicherung in den nächsten Wochen im Neandertal Bäume gefällt werden müsse. Betroffen seien Bereiche vom Museumsparkplatz bis zur Steinzeitwerkstatt, bei Bracken in Gruiten und im Umfeld der Kläranlage. In erster Linie seien Bäume betroffen, die aufgrund des landesweiten Eschensterbens stark geschwächt und nicht mehr standsicher seien, heißt es. Die Eschen sind genau jener kleinen Pilzart zum Opfer gefallen, die dafür sorgt, dass die jungen Triebe im Kronenbereich absterben.

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Experten haben den Verlauf klar beschrieben: „Im Frühstadium der Erkrankung treten an der Mittelrippe der Blätter bräunliche Nekrosen auf“, sagen sie.  Ab Mitte Juli seien dann an den infizierten Eschen auffällige Welke-Erscheinungen zu beobachten, die einen vorzeitigen Blattfall und Kronenverlichtungen zur Folge haben. Besonders charakteristisch sind demnach  die lange am Trieb verbleibenden Blattstiele, die von der Esche nicht auf natürliche Weise abgestoßen werden. Später fault dann auch der untere Teil des Stamms. Erstmals wurde das Eschentriebsterben in Deutschland 2002 beobachtet und der Erreger 2007 nachgewiesen. Ursprüngliche Heimat des Pilzes sei Ostasien. Er habe sich über Polen weiter nach Westen ausgebreitet. Die Pilzsporen sind klein und werden durch den Wind verbreitet. Man gehe davon aus, dass bis zu 90 Prozent der Eschen in NRW befallen seien, berichtet der Kreis.

Ein großer Teil des Eschenholzes, das in diesen Tagen bundesweit geschlagen wird, verkauft sich gut. Es ist als Möbelholz, für Parkettböden und dank seiner hohen Elastizität auch für Sportgeräte wie Barren oder Hockeyschläger begehrt. Die Experten gehen zwar davon aus, dass bis zu 90 Prozent der Eschen in NRW befallen sind. „Aber die Esche wird wohl nicht aussterben“, beruhigt Klaus Adolphy von der Unteren Naturschutzbehörde. „Einige Bäume sind gegenüber der Krankheit völlig unempfindlich und werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wieder für gesunde Bestände sorgen.“