1. NRW
  2. Städte
  3. Erkrath

Autor gibt Tipps in Erkrath: Angehörige stressfrei pflegen

Marktlücke entdeckt : Autor gibt Tipps: Angehörige stressfrei pflegen

Die Fans von Trainer Daniel De Paola jubeln über seine leicht umsetzbaren Tipps. Jeder Ratsuchende könne davon profitieren, heißt es.

Zum Schreiben seines Ratgebers „Wege weg vom Stress – Der Ratgeber für pflegende Angehörige“ hat sich Daniel De Paola mehrere einwöchige Auszeiten genommen: Von seiner Agentur für die Vermittlung von 24-Stunden-Pflegekräften und auch von seiner Familie, die ihm den Freiraum gern ließ, weil sie wusste, wie wichtig ihm das Projekt war und ist.

Damit befolgte der 43-Jährige selbst einen der zahlreichen praktischen Ratschläge seines Herzensprojekts, wie er seinen Ratgeber bezeichnet. „Ich wollte schon immer ein Buch schreiben. Und was lag da näher, als das Thema zu wählen, mit dem ich mich am besten auskenne“, so De Paolo, der sich per Fernstudium zum Psychologischen Berater ausbilden ließ.

Sein dort erworbenes theoretisches Wissen verknüpfte er mit den praktischen Erfahrungen, die er im Umgang mit den Menschen sammelte, denen für er 24-Stunden-Kräfte für die Pflege aus dem Ausland vermittelt. Jedes Kapitel seines Buches beleuchtet einen anderen Aspekt dieser für alle Beteiligten extremen Lebenssituation.

„Als ich zu recherchieren begann, welche Ratgeber es zu diesem Thema bereits gibt, war ich völlig erstaunt, dass es keinen einzigen gab. Und das, wo es geschätzt rund fünf Millionen Deutsche gibt, die einen Angehörigen pflegen“. Sein Anliegen sei es gewesen, „pflegenden Angehörigen einen Ratgeber an die Hand geben, der sie emotional mitnimmt und ohne erhobenen Zeigefinger Wege aufzeigt, wie sie sich entlasten können. Und das ohne schlechtes Gewissen dem Pflegebedürftigen gegenüber.“

Einer der wichtigsten Ratschläge sei daher auch: „Hilfe annehmen und sich ein Netzwerk schaffen, das entlasten und unterstützen kann“. Ein Kapitel widmet De Paola, der von einem christlichen Weltbild geprägt ist und ehrenamtlich als Seelsorger tätig war, pflegenden Frauen. Sie fordert er auf, alle Erfolge, ob kleine oder große, am Ende eines jeden Tages aufzuschreiben, um an Selbstsicherheit zu gewinnen.

„Frauen sind viel kritischer mit sich als Männer. Indem sie visualisieren, was sie im Laufe eines Tages alles erledigen, wächst das Selbstvertrauen. Sie lernen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und dann auch einzufordern, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben“. Denn Nein-Sagen und Pausen machen sind absolut nötig, wenn man einen Angehörigen zuhause pflegt.

„Schaffen wir es, im Hier und Jetzt zu leben, dann erkennen wir, dass nur der gegenwärtige Moment der ist, in dem wir agieren und etwas verändern können. Die Vergangenheit ist vorbei, was die Zukunft bringt, wissen wir nicht“, so der Autor, der zurzeit Kurzgeschichten zu den Themen Stressbewältigung, Resilienz und allem, was den Alltag leichter macht, schreibt. Er veröffentlicht sie auch in einem Podcast. Auch dabei schöpft er aus den Erfahrungen bei der Arbeit in seiner Agentur „Tempores“, mit der er seit Jahresbeginn Pflegekräfte vermittelt, und seiner Tätigkeit als Trainer und Seminarleiter.

Sein drittes Standbein ist seit kurzem die Tätigkeit als Vertriebsmitarbeiter einer Firma für „Essen auf Rädern“. Nach seinen beruflichen Wünschen für die Zukunft gefragt, erwidert er ohne zu zögern: „Irgendwann möchte ich davon leben können, Ratgeber zu schreiben und Vorträge zu halten“.