Erkrath: Ausstattung verbessert - mehr Sicherheit am Unterbacher See

Erkrath : Ausstattung verbessert - mehr Sicherheit am Unterbacher See

Nachdem 2013 ein zwölfjähriger Nichtschwimmer am Unterbacher See ertrunken ist, wurde die Sicherheit verbessert.

Der Unfall war damals für alle Beteiligten ein Schock und hatte sofort Konsequenzen nach sich gezogen. Denn der Junge aus Norwegen - ein Nichtschwimmer - war ohne Schwimmweste auf einem Tretboot mit älteren Freunden unterwegs gewesen. Seitdem fragen die Mitarbeiter beim Bootsverleih danach, ob die Besucher schwimmen können.

Darüber hinaus werden nicht nur alle Segler, sondern auch alle Tretbootfahrer mit Rettungswesten ausgestattet. Dazu war die Zahl der Westen im vorigen Jahr auf 200 erhöht worden. Mit Beginn der Saison wurde der Bestand noch einmal auf 300 Stück aufgestockt. "Sie werden auch von den Tretbootfahrern sehr gut angenommen", sagt Peter von Rappard, Geschäftsführer des Zweckverbands Unterbacher See.

Als weitere Maßnahme, mit der man die Sicherheit verbessern will, wurde Ende vorigen Jahres eine moderne Funkanlage mit einer größeren Reichweite installiert. Sie ist mit Beginn der Saison nun in Betrieb. "Früher gab es Probleme, wenn wir über den ganzen See funkten, heute läuft das störungsfrei", sagt von Rappard. Zur neuen Funkanlage wurden an die 20 neue Handfunkgeräte angeschafft, mit denen die See-Aufsicht und die Mitarbeiter in den Strandbädern ausgestattet sind. Nach und nach statten sich auch die am See ansässigen Partnerfirmen mit Funkgeräten aus. Erneuert wurde zudem der Turm, der über eine Sirene und ein Lichtzeichen Warnsignale gibt, wenn ein Gewitter droht. Dann sollen nämlich Schwimmer, Bootsführer, Surfer und Stand-up-Paddler das Wasser verlassen. "Der bisherige Turm war alt und eine Blinkleuchte kaputt", sagt von Rappard.

Weil die Trittstufen zu dem Turm nicht mehr sicher waren, ließ sich das Licht nicht mehr auswechseln. Bei der neuen Anlage lässt sich die Beleuchtungseinheit herunterkurbeln, der Aufstieg entfällt. Neben der technischen Ausstattung gibt es aber noch weitere neue Sicherheitsmaßnahmen. So sind in der Badesaison stets mehrere Aufsichtsboote im Einsatz. Die Intervalle für die Einsätze wurden noch einmal erhöht. Die DLRG, die noch nicht selbst über Boote verfügt, bekommt an den Wochenenden vom Zweckverband ein Boot zur Verfügung gestellt.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Schulung des Personals. Jedes Jahr werden die Kenntnisse in Erster Hilfe aufgefrischt. Aber dieses Mal ist die zweitägige Ausbildung auf einen größeren Personenkreis ausgeweitet worden. Sie war beispielsweise nun auch für die Mitarbeiter des Bootsverleihs Pflicht. Dazu gab es bei den Schulungen eine Neuheit: Zwei Kripo-Beamte absolvierten mit den Mitarbeitern ein Deeskalationstraining. "Bei rund zwei Millionen Besuchern im Jahr kommt es auch immer wieder vor, dass Kunden sich nicht an Regeln halten. Da ist es dann sehr wichtig, sich freundlich und professionell mitzuteilen", sagt von Rappard.

Schließlich wurde das Gelände um den See neu mit Schildern ausgestattet - 28 Lotsenpunkten, die es ermöglichen, im Notfall den Rettungskräften den Standort präzise zu übermitteln.

(RP)