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Auch Sandheide in Erkrath hat jetzt einen öffentlichen Bücherschrank

Bildung in Erkrath : Auch Sandheide hat jetzt einen öffentlichen Bücherschrank

Das Buch ist eine alte Kulturtechnik. „To Go“ ein modernes Phänomen. „Lesen to Go“ wird möglich durch Bücherschränke, aus denen alte Schmöker mitgenommen werden dürfen. Jetzt gibt es einen neuen Bücherschrank in Erkrath.

(RP/hup) Im Alt-Erkrather Baviercenter gibt es einen, Edeka am Hochdahler Markt hat einen und auch bei Rewe in Unterfeldhaus können Literaturfreunde auf Lesefutter von den jedermann zugänglichen Regalen eines Bücherschranks hoffen – im Vorbeigehen auf ihren täglichen Wegen. Seit Ende April wartet nun auch auf dem Sandheider Markt ein solcher Bücherschrank auf Kundschaft. Wer mag, kann dort entbehrliche Bücher einstellen oder welche mitnehmen, alles natürlich kostenlos.

Dafür hat sich Daniel Kosman eingesetzt. Sein Projekt hat er im Oktober dem Stadtteilbeirat Sandheide vorgeschlagen und großen Zuspruch bekommen. Für solche und ähnliche Projekte, die allen im Stadtteil zugute kommen, steht Geld aus einem Topf für Städtebauförderung bereit. Wegen der immer wieder neuen Bestimmungen zum Infektionsschutz lag das Vorhaben aber zunächst auf Eis. Doch im Frühling bewegte sich etwas. Ergebnis: Ab sofort bereichert der Bücherschrank den Sandheider Markt mit vielfältigem Inhalt. Bunte Außenwände sollen darauf aufmerksam machen, dafür sorgt Schrankpatin und Malerin Konstanze Schättel, die am Sandheider Markt ein Atelier hat.

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Erkrather sind schon jetzt eingeladen, gebrauchte Bücher der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Insgesamt sechs Patinnen und Paten sorgen dafür, dass der Schrank gepflegt wird und nicht zur Altpapierablage verkommt. „Sobald die Pandemie-Lage es zulässt, soll der Bücherschrank mit einer kleinen Veranstaltung feierlich eingeweiht werden“, sagt Quartiersmanagerin Saskia Goebel. Mit ihren Kolleginnen aus dem Quartiersbüro hat sie ebenfalls eine der Patenschaften übernommen.

Damit ist Erkrath jetzt ganz ordentlich mit öffentlichen Bücherquellen versorgt. Werden die Handhygiene-Maßnahmen auch dort eingehalten, gibt es Experten zufolge übrigens keine Veranlassung, sich Sorgen bei der Benutzung zu mache. Das Risiko einer Infektion sei dort nicht größer als beim Einkauf im Supermarkt.

Eine alternative Form des Büchertauschs bieten übrigens Dorit Meier und Ulrich Heine in ihrem Vorgarten an der Bruchhauser Straße an, also direkt am Weg zum beliebten Naturschutzzentrum Bruchhausen. Mit ihrem selbstgebauten Bücherkästchen sind die Teil der gemeinnützigen „Little-Free-Library“-Initiative, die ihren Ursprung in den USA hat und den Bücheraustausch in der Nachbarschaft fördern möchte. Dass in die rot angemalte Mini-Bibliothek nur ein Dutzend Bücher passt, wirkt sich keinesfalls negativ aus, im Gegenteil: Die Auswahl ist zwar nicht groß, aber sehr bunt durchmischt, und jeden Tag entscheidet Dorit Meier selbst, was in die Mini-Bibliothek wandert.

(hup)