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Am 1. Februar starten die Corona-Impfungen des Kreises Mettmann in Erkrath

Corona-Zentrum des Kreises Mettmann in Erkrath : Am 1. Februar geht’s los: Impfen mit Termin

Betriebsbereit ist das Impfzentrum des Kreises in Erkrath seit Dezember. Ab Montag, 1. Februar, 14 Uhr, wird geimpft – aber nur nach Terminvereinbarung. Überlegt wird, ob Bürgerbusse Senioren zum Zentrum fahren können.

Es ist ein Datum, auf das viele warten: Am Montag, 1. Februar, nimmt das Impfzentrum für den Kreis Mettmann in Erkrath seinen Betrieb auf. Der NRW-Gesundheitsminister hat jetzt einen Zeitplan zum Start der Impfungen gegen das Coronavirus vorgelegt. Als erste sollen Über-80-Jährige Termine vereinbaren können. Montag, 25. Januar, startet die Terminvergabe, sowohl telefonisch als auch online.

Wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein mitteilt, bekommen alle der jetzt zur Impfung Eingeladenen im Laufe der kommenden Woche einen Brief mit Informationen zum Ablauf der Impfung. In dem Schreiben wird eine kostenlose Rufnummer (0800 11611701) sowie eine Internet-Adresse mitgeteilt, unter der Termine für die Erst- und Zweitimpfung vereinbaren können. „Mein Appell geht an alle Angehörigen, den Senioren bei dieser Terminabsprache zu helfen“, sagt Thomas Nasse. Gemeinsam mit dem Ratinger Kollegen Ulrich Freitag wird der Allgemeinmediziner aus Mettmann das Impfzentrum als ärztlicher Leiter betreuen.

Dr. Thomas Nasse aus Mettmann ist einer der ärztlichen Leiter. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Die Termine werden schriftlich bestätigt. Wer nur mit der Einladung in der Hand ins Zentrum kommt, kann nicht geimpft werden. Wichtig sei, dass Impfbereite sich direkt zwei Termine geben lassen. Nicht zur Auswahl, sondern weil die Impfung in zwei Dosen verabreicht werde.

Geimpft wird am Auftakttag von 14 bis 20 Uhr. „Ich gehe davon aus, dass wir dann einen Rhythmus finden, in dem zwölf Stunden täglich an sieben Tagen in der Woche gearbeitet wird“, erklärt Thomas Nasse. Impfen werden ausschließlich Ärzte. Und wie in niedergelassenen Praxen kümmern sich medizinische Fachangestellte um die Patienten – immer unter Aufsicht eines ärztlichen Leiters. Eine Besonderheit im Erkrather Impfzentrum ist, dass es auch einen pharmakologischen Leiter gibt, der die Chargen vorbereitet.

Um der Corona-Lage Herr zu werden, wird der Kreis Mettmann wohl die Schutzmaßnahmen für Pflegeheime und Senioreneinrichtungen verschärfen. „Die Lage ist dramatisch“, erklärte Kreissprecherin Daniela Hitzemann am Mittwoch nach der Sitzung des Krisenstabs. Rund ein Drittel aller Corona-Fälle sind in Pflegeheimen und Senioreneinrichtungen lokalisiert. Aktuell beobachten die Experten die Lage noch, im Hintergrund arbeiten sie aber offenbar an einem Konzept – um in der Krisenstabssitzung am Freitag Nägel mit Köpfen zu machen.

Am Dienstag war die Inzidenz im Kreis Mettmann über die 200er-Marke gerutscht, am Mittwoch lag sie bei 212,5 (-3,7 zum Vortag). Im Verwaltungsvorstand wurde zunächst beraten, ob die Corona-Maßnahmen kurzfristig angepasst werden müssten. Indes: „Die 15-Kilometer-Beschränkung bringt bei uns nichts, wenn wir unsere Lage ansehen. Innerhalb dieser Zone liegen elf Großstädte“, erklärt Daniela Hitzemann. Diese dürften theoretisch besucht werden. Eine Kontaktbeschränkung wäre damit nicht gegeben. „Außerdem stellt sich die Frage, ob das für die breite Bevölkerung Sinn macht, wenn wir einen großen Teil des Infektionsgeschehens klar eingrenzen können“, so die Kreissprecherin.

Deshalb fokussiert sich der Kreis zunächst auf die Hotspots Pflegeheime und andere Senioreneinrichtungen. Dort könnten die Besucherregelungen angepasst werden. „Es sei denn, die Zahlen gehen plötzlich deutlich runter“, so Hitzemann. Beschlüsse dazu soll es am Freitag geben.

Das Erkrather Impfzentrum an der Hochdahler Straße steht also bereit – doch wie kommen mobil eingeschränkte Senioren zum wichtigen Termin? Die Stadt Erkrath meldet, für eine Lösung mit dem Kreis Mettmann in engem Austausch zu stehen. In begründeten Härtefällen habe sie bereits ihre Unterstützung für Erkrather Bürger zugesagt. Details in Bezug auf Organisation und Ablauf würden noch geklärt, sagt Stadtsprecher Thomas Laxa.

Werden auch Bürgerbusse demnächst zum Impfzentrum fahren? Bei der Rheinbahn, in deren Auftrag das Erkrather Bürgerbus-Team fährt, läuft dazu bereits eine Anfrage aus Erkrath, da Fahrer und Busse für Sondereinsätze abgesichert sein und eine Genehmigung dafür haben müssen. Bodo Nowodworski vom Bürgerbus-Team Mettmann: „Wir würden gerne helfen. Aber Corona hat uns ausgebremst – wir starten frühstens im Herbst.“ 

Die Stadt Wülfrath verweist darauf, dass der Verband der gesetzlichen Krankenkassen für seine Versicherten einen Anspruch auf Fahrtkostenübernahme durch die Kassen empfehle. Bürgermeister Ritsche hofft, dass dazu schnellstmöglich verbindliche Regelungen getroffen werden. „Allen helfenden Händen, ob Verwandte, Nachbarn oder andere Freiwillige, die sich bereit erklären, andere beim Impfen zu begleiten danke ich bereits jetzt für ihr Engagement und ihre Unterstützung“, so Ritsche.