1. NRW
  2. Städte
  3. Erkrath

Erkrath: A 3: Die Angst vor dem Überflieger

Erkrath : A 3: Die Angst vor dem Überflieger

Die Brücke der Autobahn 3 über die A 46 ist marode und muss erneuert werden. Bürger und Politiker befürchten, dass die Auf- und Abfahrt-Rampen durch so genannte Überflieger ersetzt werden, die für mehr Lärm sorgen. Stimmt das?

Wenn man es genau nimmt, ist die Brücke der Autobahn 3 über die A 46 schon längst schrottreif. Nur übergangsweise darf das Bauwerk derzeit noch genutzt werden. Techniker des Landesbetriebs Straßen.NRW hatten schon vor mehr als 1,5 Jahren fest gestellt, dass die Brücke abgerissen werden muss und durch einen Neubau ersetzt werden muss.

Grund für die Schäden ist der in den vergangenen Jahren stark gestiegene Lkw-Verkehr. Die A 3 zählt zu den Hauptrouten des Schwerverkehrs in Deutschland. Fachleute haben immer wieder betont: Ein Lkw mit zweimal zehn Tonnen Achsenlast hat die gleiche Zerstörungswirkung auf Fahrbahn und Brückenbauwerke wie etwa 60 000 Autos. "Die Zahl kling unglaublich, es ist aber wirklich so", sagt Michael Kaufmann, Straßenplaner beim Landesbetrieb Straßen.NRW.

Die A3-Brücke im Kreuz Hilden stammt aus den 1960er Jahren und wurde für eine Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren konzipiert. 1996 wurde das Bauwerk für rund 1,35 Millionen Euro überholt. Damals wurden die Übergänge der Fahrbahn zur Brücke erneuert und die maroden Mauern unter der Brücke ersetzt. Doch nun hilft keine Sanierung mehr, die Brücke muss weg. So wie rund 400 weitere Brücken in ganz Nordrhein-Westfalen die für insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro saniert werden müssen. Noch ist allerdings unklar, wann der Landesbetrieb Straßen mit dem Neubau der Brücke beginnt. Offenbar gibt es bereits einen Vorentwurf, der derzeit mit dem NRW-Verkehrsministerium abgestimmt wird. Obwohl ihn bislang kaum einer gesehen hat, gibt es jetzt schon Ärger. Denn in diesem Vorentwurf sind drei so genannten "Überflieger" enthalten.

So bezeichnet man Straßen, die auf Stelzen stehen und sich einige Meter hoch in die Luft erheben. Anwohner aus dem nahem Erkrath und Hilden befürchten, dass sich so der schon starke Autobahnlärm noch weiter verstärken wird. Die Erkrather Grünen haben deshalb für den Rat einen Antrag formuliert, der sich mit dem Thema "Überflieger" beschäftigt und direkt eine Alternative vorgeschlagen. Statt Überflieger fordern die Grünen eine Variante mit Unterführungen, um so die Abroll- und Motorengeräusche von Autos und Lkw zu reduzieren. Ebenso sollten so früh wie möglich die Bürger beteiligt werden.

Gleicher Ansicht ist auch die Erkrather SPD. Kaum hat man dort Wind vom Neubau der Brücke bekommen, hat man schon Angst vor möglichem Lärm.Doch bevor der erste Bagger an der Brücke anrollt, können Jahre ins Land gehen. Derzeit befindet man sich im Stadium der Vorplanung. Frühestens in sechs Monaten sind die Skizzen so weit, dass sie erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Danach kommt der Vorentwurf auf den das Planfeststellungsverfahren folgt. Bis dann der Neubau erfolgt, können laut Straßenplaner Kaufmann jetzt noch "etliche Jahre" vergehen. Beim Thema Überflieger und Lärm bleibt er gelassen. Es gibt bestehende Schallschutzverordnungen. Es kann nicht sein, dass wir die überschreiten werden. Sprich: Die Überflieger werden mit Lärmschutz ausgestattet, so dass die Rampen auf keinen Fall lauter sind, als heute, so Straßen.NRW. Darüber hinaus sorgen sie für Sicherheit. So soll man künftig etwa von der A3 aus Richtung Oberhausen über einen "Überflieger" auf der A46 in Richtung Wuppertal landen. Gefahrensituationen durch hektisches Einordnen - wie sie es in den jetzigen Kleeblatt-Kreuzen immer wieder gibt - sollen so nicht mehr vorkommen.

(RP)