Zweckverband plant Dokumentationszentrum in Holzweiler

Braunkohlentagebau Garzweiler II : Dokumentationszentrum in Holzweiler geplant

Ein Dokumentationszentrum Tagebau soll in Holzweiler entstehen. Der Zweckverband regt an, einen solchen Ort der Erinnerung und der Heimatpflege für Bürger und als Einrichtung für Naherholung und Tourismus zu schaffen.

Ein Dokumentationszentrum Tagebau im von der Umsiedlung verschonten Holzweiler als Teil des grünen Bandes, das den ehemaligen Tagebau Garzweiler umfassen soll, ist eine von bislang vier Ideen, die der aus den vom Tagebau Garzweiler II betroffenen Städten Erkelenz, Jüchen, Mönchengladbach und der Kommune Titz bestehende Zweckverband in Angriff nehmen könnte. Damit sollen der Strukturwandel und die Zukunftsfähigkeit der Region nach dem Ende des Tagebaus gewährleistet werden.

Bei der Verbandsversammlung in Titz stellte Gregor Bonin, Verbandvorsteher des Zweckverbands, die Ideen vor. Das Dokumentationszentrum könne Teilbereich des grünen Bands werden. Man schaffe ein Ort der Erinnerung und der Heimatpflege für Bürger und zugleich eine Einrichtung für Naherholung und Tourismus. Ziel sei die erste Erschließung für die langfristige Entwicklung von Holzweiler in Richtung See. Dies setzt allerdings einen Restsee voraus, über dessen Ausmaß und Realisierung erst geredet werden kann, wenn es endgültige Regelungen auf Bundes- und Landesebene auf der Basis der Ergebnisse der Kohlekommission. Bis Ende des Jahres werden zukunftsweisende Aussagen erwartet.

Außerdem befasst sich sein Drehbuch mit dem Innovationspark Erneuerbare Energien im Stadtgebiet von Jüchen. Forschungsschwerpunkte in diesem Innovationspark könnten die erneuerbare Energie in der Landwirtschaft und die Erforschung von Möglichkeiten zur Speicherung erneuerbarer Energie. Dieser Park in Jüchen könnte angrenzen an ein Gewerbegebiet in Jackerath als „Zentrum für neue Mobilität“. Für Mönchengladbach sieht das bisherige Drehbuch bislang den Landschaftspark Wanlo vor. Außerdem will sich der Zweckverband dem in Mönchengladbach verfolgten Projekt „Exzellensregion nachhaltiges Bauen“ widmen.

Einige Ansätze zur Projektentwicklungen gab es nach Aussage von Bonin schon in Jüchen bezüglich des grünen Bandes und des Innovationsparks. „Das ist auch ein Stück Symbolik“, in welche Richtung sich die Stadt Jüchen entwickeln soll.“

Zukunftsorientiert soll das Positionspapier sein, mit dem der Zweckverband sich zum Strukturwandel nach den Ergebnissen der Kohlekommission äußert. Allerdings waren nicht alle Mitglieder der Verbandsversammlung mit dem von der Geschäftsstelle vorgelegten Entwurf einverstanden. Das Papier solle eine grundsätzliche Aussage treffen, meinte Geschäftsführer Volker Mielchen, es könne sich nicht auf Einzelmaßnamen beziehen. Ein Meinungsstreit entfachte sich insbesondere um die Frage, inwiefern die noch bestehenden Dörfer im Erkelenzer Osten und die um den Erhalt ihrer Heimat kämpfenden Bürger in dieses Positionspapier einbezogen werden könnten. Es dürfe keinen Vorrang geben, dass das Alte wichtiger als das Neue sein soll, meinte der Erkelenzer CDU-Vertreter Peter London und stellte sich damit gegen Ansichten der Grünen und des Vertreters der Linken, die auch das Bestehende in dem Positionspapier wiederfinden wollten.

Sie arbeiten im Zweckverband zusammen (von links): Peter Jansen (Bürgermeister Stadt Erkelenz), Jürgen Frantzen (Bürgermeister Titz), Volker Mielchen (Geschäftsführer) und Dr. Gergor Bonin (Mitglied im Zweckverband). Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Letztendlich war es ein Kompromiss, den der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen und sein Erkelenzer Kollege Peter Jansen vortrugen, der die Mehrheit der Versammlung dazu brachte, das von der Geschäftsstelle erarbeitet Positionspapier auf den Weg zu bringen: Aus dem Schaffen einer „neuen“ Heimat wurde das Schaffen einer „lebenswerten“ Heimat.

Mehr von RP ONLINE