Erkelenz/Köln: Zukunftsinitiative für das Rheinische Revier

Erkelenz/Köln: Zukunftsinitiative für das Rheinische Revier

In Köln wurde gestern für Tagebau-Anrainer die Gründung der IRR GmbH mit Sitz in Jülich beschlossen. Landrat Stephan Pusch: Beizeiten an den Tag X denken – Erkelenz ist eingebunden.

In Köln wurde gestern für Tagebau-Anrainer die Gründung der IRR GmbH mit Sitz in Jülich beschlossen. Landrat Stephan Pusch: Beizeiten an den Tag X denken — Erkelenz ist eingebunden.

In der Bezirksregierung Köln wurde die "IRR — Innovationsregion Rheinisches Revier GmbH" mit Sitz in Jülich gegründet. Die IRR soll die Strukturentwicklung im Rheinischen Revier fördern und gestalten. Dazu soll die Gesellschaft Leitbilder, Innovationsstrategien und Handlungskonzepte entwickeln und Projekte mit wirtschaftsfördernder, ökologischer sowie bildungspolitischer Ausrichtung fördern oder in eigener Regie durchführen. Das Land NRW hat der IRR die Förderung ihrer Netzwerkaktivitäten zur Strukturentwicklung mit jährlich 500 000 Euro bis mindestens 2017 zugesagt. Gesellschafter werden die Städteregion Aachen, die Kreise Euskirchen, Heinsberg, Düren, der Rhein-Erft-Kreis, der Rhein-Kreis Neuss, die Industrie- und Handelskammern Aachen, Köln und Mittlerer Niederrhein, die Handwerkskammern Aachen, Düsseldorf und Köln und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie.

Die Gesellschafter haben sich darauf geeinigt, dass Joachim Diehl bis 2015 die Geschäfte der Gesellschaft führt. Diehl war viele Jahre bei der Bezirksregierung in Köln beschäftigt, als Abteilungsleiter verantwortlich für die Bereiche "Regionale Entwicklung", "Wirtschaft" und "Kommunalaufsicht". Die Landesregierung soll den Vorsitz des Aufsichtsrats der IRR GmbH übernehmen, dem auch Vertreter kommunaler Gebietskörperschaften, Gewerkschaften, Wirtschaftskammern und des bergbautreibenden Unternehmens RWE Power angehören. "Wir haben einen wichtigen Schritt für die 'Innovationsregion Rheinisches Revier' vollzogen", sagte Regierungspräsidentin Gisela Walsken, die die Verhandlungen zwischen Gesellschaftern und Landesregierung koordiniert hatte. "Wir können die Zukunft im Sinne der Bürger nachhaltig gestalten. Die gemeinsame Verantwortungsübernahme der Kreise und der Wirtschaft ist ein starkes Signal in die Region."

Optimistisch äußerte sich Landrat Stephan Pusch: "Mit vereinten Kräften haben wir dafür gesorgt, dass alle handelnden Akteure mit im Boot sitzen. Jetzt sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass alle auch in die gleiche Richtung rudern." Erkelenz solle eingebunden werden, und es gebe konkrete Pläne, sich um Leader-Projekte zu bewerben. Das Land habe förderwürdigen Projekten in den vom Tagebau besonders betroffenen Regionen Priorität zugesichert. Auch das Unternehmen RWE stehe in der Pflicht. Es geht um die Zukunft am Tagebauloch. Pusch: "Man muss beizeiten anfangen, an den Tag X zu denken."

(gala)