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Erkelenz: Zittern an der Burg und viele Blechschäden

Erkelenz : Zittern an der Burg und viele Blechschäden

Erster Schnee fiel gestern ab 6 Uhr im Selfkant und dann in Wegberg. Damit Lkw nicht anhalten mussten, wurden Ampeln an Hängen ausgeschaltet. Kreisweit zählte die Polizei mehr als 40 Unfälle.

Zwischen Arsbeck und Wildenrath kam der Verkehr zum Erliegen. In Baal ging zwischenzeitlich für Fahrzeuge nichts mehr. Insgesamt hatte die Polizei im Kreis Heinsberg bis gestern Abend 43 Unfälle gezählt. "Glücklicherweise wurde niemand verletzt, und es blieb bei Sachschäden", sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken.

 Gestern gab es Schnee von früh bis spät. An Burg Erkelenz wehten die mittelalterlichen Zelte für den Adventsmarkt im Schnee ein.
Gestern gab es Schnee von früh bis spät. An Burg Erkelenz wehten die mittelalterlichen Zelte für den Adventsmarkt im Schnee ein. Foto: Uwe Heldens/Jürgen Laaser

Bange Blicke löste der Schneefall — um 17 Uhr waren etwa elf Zentimeter in Matzerath zu messen — auf der Burg Erkelenz auf. Dort wurden frühmorgens die Aussteller für den ersten mittelalterlichen Adventsmarkt an und rund um das historische Gemäuer erwartet. "Das Rote Kreuz hat uns schon Feldbetten gebracht, und wir haben auf der Burg begonnen zu heizen, damit die Aussteller drinnen übernachten können", sagte Veranstalter Peter Fellmin. Einige Aussteller hatten vorgehabt, in ihren mittelalterlichen Zelten vor der Burg zu nächtigen — draußen musste nun nur der Sicherheitsdienst Wache schieben. "Wir haben auf jeden Fall genügend Holz da, um Feuer zu entfachen", versprach Fellmin, dass sich alle aufwärmen können, damit der Markt heute um 11 Uhr beginnen kann.

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Rechtzeitig vorgewarnt und entsprechend vorbereitet auf den Wintereinbruch waren — neben den Mitarbeitern der Bauhöfe in den Städten — die Einsatzkräfte des Straßendienstes für die Bundes- und Landesstraßen. Gestern ab 1.30 Uhr waren Kontrollfahrzeuge unterwegs, um den Straßenzustand zu testen. "Ab 6 Uhr — mit Beginn des Schneefalls im Selfkant und kurz darauf in Wegberg — waren alle acht Räum- und Streufahrzeuge für den Kreis Heinsberg im Dauereinsatz", berichtete Rainer Gies, Chef der Mastermeisterei in Heinsberg. Im Kreis kümmert sie sich um rund 370 Kilometer Bundes- und Landesstraßen. Seit gestern früh bedeutet dies für die 25 Mitarbeiter der Meisterei im Kreisgebiet, in drei Schichten rund um die Uhr einsatzbereit zu sein.

Die Strecken waren beim Dauerschneefall gestern so eingeteilt, dass stets ein Räum-/Streufahrzeug in eine Richtung und ein zweites in entgegengesetzte Richtung unterwegs sind, berichtete Gies. "Allerdings kann man bei Schneefall nicht mehr als ein leichtes Grau auf den Straßen erreichen, weil schnell alles wieder zuschneit."

Für die vergangene Nacht und den heutigen Samstag hoffte Gies darauf, "dass nach Ende des Dauerschneefalls die Hauptstraßen recht bald weitgehend geräumt sind". Auf die zum Wochenanfang vorausgesagte nächste Schnee-Regen-Welle sind die Straßendienstler ebenfalls vorbereitet und rechnen dann eher mit Glätte als mit Schneebergen. Glätte wirkte sich gestern besonders kritisch am Helpensteinberg/B 221-Umgehung Arsbeck aus. Gies: "Dort haben wir die Ampeln ausschalten lassen, damit Lastwagen beim Anfahren am Berg nicht ins Rutschen kommen."

Auf der B 221 zwischen Arsbeck und Wildenrath hatte sich gestern gegen 9.20 Uhr ein Lkw quergestellt, berichtete die Polizei. Mehrere andere Lkw, die an dem Laster vorbeifahren wollten, fuhren sich daraufhin fest. Der Straßenverkehr kam zum Erliegen. Polizeibeamte sperrten die Bundesstraße und leiteten den Verkehr um. Nach zwei Stunden waren die Lkw aus ihrer Lage befreit.

(RP)