Erkelenz: Wohnprojekt nun auf der Zielgeraden

Erkelenz : Wohnprojekt nun auf der Zielgeraden

Viele Jahre war es nur ein Traum: Die Senioren-Parkresidenz am Bauxhof feierte gestern das traditionelle Richtfest.

Das kleine Schnapsglas fällt hörbar klirrend zu Boden. Zimmermann Wolfgang Krahe hat genau gezielt. Danach gibt es viel Beifall. Beifall von den künftigen Bewohnern. Gestern feierte die Parkresidenz am Bauxhof das Richtfest. Irmtraud Keusemann ist froh, dass dieser Moment endlich gekommen ist.

Sie zählt zu den Akteuren der ersten Stunde. Als sich in Erkelenz der Runde Tisch mit seinen Arbeitskreisen bildete, entschied sie sich, sich im Arbeitskreis "Wohnen im Alter" zu engagieren. "Mich hat dieses Thema immer beschäftigt", betont sie. Doch dann stellte sie fest, wie hoch die Hürden sind, um das erträumte Projekt, eine angenehme Wohnsituation für Senioren zu schaffen, zu realisieren. Irmtraud Keusemann erinnert sich noch gut: "Wir haben lange gesucht, ein geeignetes Grundstück in Innenstadtnähe zu finden. Das war ein langwieriger und schwieriger Prozess."

Von Anfang an mit dabei war auch Architekt Ernst Storms. Auch er freute sich, dass es gestern soweit war, um den Richtspruch zu sprechen. Seit sechs Jahren ist er an den Planungen beteiligt. Daraus erwachsen sind nun zwei moderne Stadthäuser, die insgesamt 23 Wohneinheiten bieten, die zwischen 60 und 110 Quadratmeter groß sind. Kapitalanleger und Eigennutzer haben die Wohnungen erworben, nur noch eine Wohneinheit ist frei. Alle Wohnungen sind barrierefrei — ein sehr wichtiges Kriterium bei der Umsetzung des Projektes. "In Erkelenz gibt es nur ganz wenige Wohnungen, die barrierefrei sind", hat Irmtraud Keusemann mittlerweile festgestellt. Sie war schließlich eine der ersten Interessenten, die sich eine Wohnung gesichert hat. Derzeit bewohnt sie noch ein eigenes Haus.

"Ich denke, dass wird sehr schön hier werden", ist sie sich wie die anderen künftigen Bewohner sicher. Zum Teil kennen sich die neuen Bewohner schon. Jeder möchte Kontakt zu den Nachbarn. Dieser soll auch durch die Pavillons gefördert werden, die noch entstehen werden. Hier soll die Gemeinschaft gepflegt werden. Zudem hat Irmtraud Keusemann noch jede Menge Ideen, wie sich die Gemeinschaft fördern lässt: "Man könnte Infotafeln aufhängen, die über Veranstaltungen aller Art informieren." Nicht nur die Nachbarn in den beiden Häusern, auch die Nachbarschaft im Umfeld soll wichtig sein. Ein Engagement ist für die Senioren auch im benachbarten Kindergarten Bauxhof vorstellbar, etwa mit Vorleseaktionen.

In Kürze steht eine Fahrt nach Düsseldorf-Gerresheim an, dort besichtigen die Erkelenzer ein ähnliches Wohnprojekt. Man will mit den Bewohnern ins Gespräch kommen und Erfahrungen austauschen.

(RP)
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