Erkelenz: "Wesentlich" will in die Charts

Erkelenz: "Wesentlich" will in die Charts

Saskia und Christian Diepold sind Neu-Erkelenzer und spielen in einer Band, die den großen Sprung in die Charts schaffen will. 2009 wurde "Wesentlich" dreifach mit dem "Deutschen Rock und Pop-Preis" ausgezeichnet.

Seit Anfang März kann Christian Diepold mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Der Lehrer an der Pestalozzischule ist von Grevenbroich nach Erkelenz umgezogen. Aus dem benachbarten Rhein-Kreis hat er nicht nur seine Frau Saskia mitgebracht, sondern auch die gemeinsame Band "Wesentlich". Und die ist in der Deutschrock-Szene keine Unbekannte. Die gilt vielmehr als Geheimtipp, der in diesem Jahr der große Sprung in die Charts zugetraut wird.

"Vergleiche ehren uns"

Als Vergleich werden oft Bands wie Juli oder Silbermond genannt. "Das ehrt uns", sagt Saskia Diepold. Es sei schön, mit Bands verglichen zu werden, deren Musik man schätze. "Aber wir sind ,Wesentlich', unsere Songs haben eine eigene Note." Das bedeutet: Die Lieder von "Wesentlich" sollen sich von anderen Gruppen abheben. Sie sollen eigenständig klingen, einen Wiedererkennungswert haben. Im Popgeschäft ist das unabdingbar. Sonst geht man unter im großen Aufgebot aufstrebender Bands. Der Weg zum nationalen Pop-Olymp bedeutet harte Arbeit. "Man muss so viele Konzerte spielen wie möglich", sagt Saskia Diepold. Zudem sei Disziplin gefragt – zum Beispiel im Proberaum, wo die Band derzeit an den Songs für ihr zweites Album feilt, das im Herbst erscheinen soll.

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Druck spürt die Band keinen. Für zusätzliche Motivation sorgt eine Trophäe, die den Proberaum im Keller der Coens-Galerie in Grevenbroich schmückt: ein "Rock und Pop"-Oscar. In Wiesbaden wurde die Band 2009 gleich dreifach mit dem "Deutschen Rock- und Pop-Preis" ausgezeichnet. Neben Platzierungen in den Kategorien "bester deutscher Songtext" und "bester deutscher Song" gab es den mit eben jenem Oscar prämierten Publikumspreis. "Das war schon irre. Damit hatten wir nicht gerechnet", sagt Saskia Diepold. Die 26-Jährige schreibt die Texte der Band.

Trotz Auszeichnungen und Lob: Ganz auf die Musik setzt die Formation noch nicht. "Das wäre etwas blauäugig", meint Saskia Diepold. "Wir sind alle berufstätig. Die Musik ist unsere Leidenschaft. Aber wir müssen abwarten, wie weit wir es damit bringen." Ebenso wie ihr Mann Christian arbeitet sie als Lehrerin an einer Förderschule, allerdings in Aachen. Bei den Schülern kommt die Musik gut an.

Einen engen Draht haben "Wesentlich" zu den Chartstürmern von "Luxuslärm" ("1000 Kilometer bis zum Meer"). Zusammen tritt man im Herbst auch in Grevenbroich auf. Da ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis die Band auch in der neuen Heimat Erkelenz spielt.

(RP)