Erkelenz Weniger Alkoholvergiftungen

Erkelenz · 2013 werden die Maßnahmen fortgesetzt: Das Glasverbot für den Johannismarkt und Aktionen gegen zu viel Alkoholkonsum bei Jugendlichen haben an Karneval in Erkelenz dazu geführt, dass es weniger Probleme gab.

Nach Karneval, noch in der sich anschließenden Fastenzeit hat die Stadt Erkelenz eine positive Bilanz ihres Glasverbots auf dem Johannismarkt an Altweiber gezogen. Sie kündigt eine Wiederholung für 2013 an und ganzjährige Maßnahmen, um den Verkauf von Alkohol an Minderjährige zu unterbinden. "Die Unfallgefahr der vergangenen Jahre durch die vielen Scherben auf dem Platz konnte nahezu vollständig reduziert worden", erklärt Dr. Hans-Heiner Gotzen, Erster Beigeordneter des Stadt Erkelenz. Und: "In der Zeit von Altweiber bis Rosenmontag wurden nur sieben Jugendliche unter 18 Jahren aufgrund einer Alkoholvergiftung ins Hermann-Josef-Krankenhaus eingeliefert." Ein Jahr zuvor waren es 25.

Stadtverwaltung, Schulen, Polizei, Gesundheitsamt und Krankenhaus hatten ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt, um die Probleme rund um den Alkohol bei Minderjährigen im Karneval in der Griff zu bekommen. Für alle Punkte zieht Gotzen eine positive Bilanz. Der einheitliche Schulschluss um 12.45 Uhr habe bewirkt, dass viele jüngere Jugendliche von dort aus nach Hause fuhren und nicht in die Stadt zum Feiern gegangen sind. Der Elternbrief habe seinen Zweck erfüllt, dass sie wussten, wieso Erkelenz dieses Jahr das Thema Alkohol strenger anpackt. Die Promille-Scouts und der erstmalige Infostand der Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz in Kreis Heinsberg vor der Leonhardskapelle seien ebenfalls gut besucht gewesen. Zudem wurde die große Altweiberdisco in der Erka-Halle von 585 Jugendlichen besucht, und es habe "keine Auffälligkeiten gegeben".

Viele Einsatz steckte dahinter, dass es in Erkelenz im Karneval weniger Probleme bei der Jugend gab. 26 Stadtmitarbeiter und fünf Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes haben an Altweiber die Zugänge zum Johannismarkt kontrolliert und dafür gesorgt, dass kein Glas auf den Platz genommen wird. "Die Besucher haben das begrüßt", betont Gotzen. Er versichert den Kritikern des Einsatzes eines privaten Sicherheitsdienstes: "Dessen Mitarbeiter haben nur neben Stadtmitarbeitern gestanden und ihnen durch körperliche Präsenz geholfen."

Arbeit gespart wurde hingegen am Freitag nach Altweiber, weil der städtische Bauhof den Platz schnell gereinigt hatte. Dafür war der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) wie angekündigt in der Woche nach Karneval unterwegs. Besucht wurden die Eltern der Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden waren. Drei davon waren an Altweiber aufgefallen, vier an Rosenmontag. Einer davon war aus Wegberg, einer aus Hückelhoven. Von den Erkelenzern waren zwei Mädchen und drei Jungen. Sechsmal hatten die Betroffenen "aus einem Gruppendruck heraus zu viel getrunken", so der ASD, in einem Fall war der Jugendliche bereits "an regelmäßigen Alkoholkonsum gewöhnt". In allen Fällen wurden die Eltern beraten: "Sie waren sehr besorgt und sehr dankbar, und die Jugendlichen waren in der Regel beschämt."

(RP/ila)