Lauschangriff in Erkelenz: Welches ist Ihr Lieblingsgeräusch 2016?

Lauschangriff in Erkelenz : Welches ist Ihr Lieblingsgeräusch 2016?

Geräusche gibt es fast immer und überall. Wir haben Personen aus und rund um Erkelenz mal gefragt, was wir ihr Lieblingsgeräusch ist. Ist Ihres auch dabei?

Achterbahn

Frank Heinen, Feuerwehr Wegberg
Ich bin seit jeher begeisterter Freizeitparkfan. Die erste größere Achterbahn, auf der ich (soweit ich mich erinnere) als Kind mitgefahren bin, war die Gebirgsbahn im Phantasialand, welche am 1. Mai 2001 einem Großbrand zum Opfer fiel. Damals bin ich immer noch mit meinem Vater gefahren, was mich als kleiner Junge immer sehr begeistert hat. Insbesondere der Klang dieses Achterbahn-Liftes, wenn die Rückrollsicherung durch das Einschlagen der Sicherungsbolzen in die Zahnschiene das typische "Klackern" verursacht, werde ich nie vergessen. Jeder Lift hört sich anders an, der von der Gebirgsbahn war einzigartig. Wenn ich nun ab und an alte Videos auf Youtube sehe und das "Klackern" wieder höre, denke ich direkt an meinen Vater, wie er immer links an meiner Seite saß. Bestenfalls an einem schönen, warmen Sommertag, voller Vorfreude auf die bevorstehende Abfahrt.

Latten-Knaller

Jörg Thiede,Vorsitzender SV Immerath
Wenn während eines spannenden Fußballspiels unerwartet der Fußball mit voller Wucht gegen die Latte knallt, ist dieses Geräusch über den ganzen Sportplatz oder im Stadion zu hören.
Dabei entfacht dieses "Klatschen" ein Gefühl von Anspannung und gleichzeitiger Erleichterung — bei dem Gedanken "Glück gehabt" oder "Pech gehabt" halte ich, wie fast alle Zuschauer, ganz kurz den Atem an.

Rascheln von Papier

Pastor Werner Rombach, Mich hat als Kind wenige Tage vor Weihnachten das Rascheln von Papier und Pappe, das aus dem Wohnzimmer hinauf in mein Schafzimmer drang, fasziniert und aus dem Bett gelockt. Mit meiner Schwester saßen wir oben auf der Treppe, um Wortfetzen zu erhaschen, die einiges über die zu erwartenden Geschenke aussagten. Immer vergeblich, aber einige Jahre lang immer wieder aufs Neue ...

Rauschen des Windes

Hedwig Michalski Franziskus, Schulleiterin
Eines meiner Lieblingsgeräusche ist das Rauschen des Windes, weil es mich daran erinnert, meinem kleinen Sohn in den Sommerferien in Italien stundenlang beim Kitesurfen zugeschaut zu haben.

Meeresrauschen

Sabine Weitz, Volks- u. Raiffeisenbanken
Das rauschende Meer hat für mich eine entspannende, beruhigende und gleichzeitig belebende Wirkung. Das Geräusch untermalt extrem mein Gefühl von Glück und gibt mir ein Gefühl von innerer Ruhe.

Schleichender Dackel

Hans Josef Dederichs, Grünen-Politiker
Mein Lieblingsgeräusch waren abends die leisen Tritte unseres Dackels auf Treppe. Er schlich sich immer "unbemerkt von meinen Eltern" hoch zu mir ins Kinderzimmer, um dort zu schlafen. Bis heute ist es mir wichtig, einen Hund im Haus zu haben.

Trommlerkorps

Sabine Rosen
Früher wie heute freue ich mich, wenn zum Maiensetzen an Kirmes die ersten Klänge des Holzweiler Trommlerkorps in Borschemich erklingen. Als Kind wusste man: So, jetzt ist Schützenfest, und die Nachmittage verbrachte man mit seinen Freunden auf dem Kirmesplatz. Auch wenn der in Borschemich nie groß war, war es immer ein ganz besonderes Wochenende im Jahr. Man hörte ständig die Musik aufspielen, und es war immer im ganzen Dorf was los. Vom Kirmesgeld war montags natürlich nichts mehr übrig.

Klavierdeckel

Monika Natrup, Grundschulleiterin
Abends, wenn ich als Kind schon im Bett lag, spielte mein Vater oftmals noch etwas Klavier, was auf mich immer eine sehr beruhigende Wirkung hatte. Meist waren es auch sehr ruhige, eher melancholische Stücke! Wenn ich also hörte, wie der Klavierdeckel geöffnet wurde, machte sich in mir schon eine Vorfreude breit. Mein Lieblingsgeräusch also: das Öffnen des Klaviers!

Kaffeemaschine

Udo Winkens, West Verkehr GmbH
Als Schüler musste ich mit dem Bus von Ratheim nach Hückelhoven zum Gymnasium fahren. Leider klappte das Aufstehen morgens nicht so gut. Deshalb erreichte ich meinen Bus manchmal gerade noch so. Ein sicheres Zeichen dafür, dass es höchste Zeit wurde, aufzustehen, war das "Röcheln der Kaffeemaschine" kurz bevor der Kaffee durchgelaufen ist.

Trauma-Geräusch

Günther Merkens Heimatverein Erkelenz
Mein "Trauma-Geräusch" ist heute noch das Sirenengeheul. Das kommt aus meiner Kinderzeit, bedeutete es immer Gefahr, und wir mussten den Luftschutzkeller oder den Bunker in der Nachbarschaft aufsuchen. Aber mein liebstes Geräusch ist das sicherlich nicht.

Wassergeräusche

Rita Hündgen, Cusanus-Gymnasium
Ich höre am liebsten Wassergeräusche, sei es das Plätschern des Bachlaufs, das Murmeln des Zimmerbrunnens oder das Rauschen der Wellen, das hat für mich etwas Beruhigendes, wahrscheinlich, weil ich speziell mit Letzterem Urlaub verbinde.

Mahlen

Ferdinand Schmitz, Besitzer der Schrofmühle
Ein für mich sehr angenehmes Geräusch ist das Mahlgeräusch, das zwei Basaltmühlsteine beim Zerkleinern von Korn verursachen. Die Steine entwickeln dabei aufgrund ihrer großen Masse sonore, gleichmäßig-ruhige Reibegeräusche, die zeitweise durch leicht unruhiges Rattern von Holzzahnrädern und durch das Geräusch von plätscherndem Wasser überlagert werden. In Verbindung mit den leichten Vibrationsbewegungen der Mahlbühne und dem Geruch von frisch vermahlenem Mehl ist dies für mich eine ganz besondere Atmosphäre, die mich an eine jahrhundertealte Handwerks- und Lebensweise meiner Vorfahren erinnert, eine Technik, die auch noch nach Hunderten von Jahren Bestand hat und bei der es sich lohnt, diese auch an andere Menschen weiterzugeben.

Vogelzwitschern

Horst Ziegahn, Pensionierter Grundschullehrer
Das Vogelzwitschern am frühen Morgen ist mein Lieblingsgeräusch, das in mir ein Sicherheits- und Entspannungsgefühl bewirkt und mir vorgaukelt, die Welt sei in Ordnung.

Hohes Piepen

Arend Dechow
Als Segelflieger ist mein Lieblingsgeräusch das elektrische Variometer. Dieses zeigt die Steig- beziehungsweise Sinkrate des Flugzeugs in Meter pro Sekunde an. Um das Variometer nicht andauernd beobachten zu müssen, kann ich das E-Vario einschalten, ein akustisches Piepsen, das mir das Steigen und Sinken signalisiert und mir bei der Thermiksuche hilft. Je höher der Ton, desto besser steigt der Flieger. Mein Lieblingsgeräusch ist dabei der hohe Ton. Er bedeutet, dass der Segelflug noch lange nicht zu Ende ist.

Mein Klavier

Martin Fauck, Chorleiter von rejoiSing
Mein Klavier wird von meinen Kindern jetzt schon in der vierten Generation "bespielt" und hat einfach einen wunderbar vollen und lebendigen Klang, und es erinnert mich an meinen Großvater, der es zur Hochzeit geschenkt bekommen hat.

Wind in den Bäumen

Nicola Musch
Der Wind in den Bäumen bei meiner Oma am Wasserhäuschen im Westerwald ist für mich ein besonderes Geräusch — das hatte für mich als Kind was von Freiheit.

Stille

Andreas Schuflitz
Mein liebstes Geräusch ist im Grunde genommen keines. Ich liebe die Stille auf der Nordseeinsel Baltrum, die so angenehm ist in unserer lärm- und reizüberfluteten Zeit.

Tochter beim Schlafen

Lothar Terodde, DRK Kreis Heinsberg
Die Geräusche, die meine sechs Monate alte Tochter beim Schlafen macht und natürlich die beginnende Kommunikation über langsam artikulierte Laute, sind meine Lieblingsgeräusche. Sei es Freude, Protest, Kundtun von Bedürfnissen. Das ist wunderbar. Und ebenfalls wunderbar ist in diesem Zusammenhang auch die Stille, wenn alles gut geregelt ist und alle zufrieden sind.

Schnurren

Peter London, Vorsitzender CDU Erkelenz
Das Schnurren einer Katze steht für Ruhe, Geborgen- und Zufriedenheit und hilft gegen schlechte Laune.

Lachen

Hans Willi Schulte
Aktuell ist das Lachen und auch das Grotzen meines zehn Monate alten Enkelkindes Lucille Herren mein allerliebestes Geräusch. Hiermit verbinde ich den Eintritt in eine eigene Lebensphase, die von besonderem Bewusstsein geprägt ist. Die heranwachsenden eigenen Kinder waren lieber Bestandteil der damaligen Aufbauarbeit in Familie, Beruf und Freizeit. Dem oder den Enkelkindern widmen wir nun im aktuellen Abschnitt unseres Lebens einen ganz besonderen Stellenwert. Hoffentlich noch viele Jahre!

Sturmklingeln

Theo Görtz, Heimatverein und EKG
Mein liebstes Geräusch ist, wenn die Haustürklingel "sturm"-geläutet wird, dann weiß ich, dass meine Enkelkinder vor der Haustüre stehen und uns besuchen wollen.

Traktormotor

Theo Deselaers
Das Geräusch eines unter Last laufenden Sechs-Zylinder-Dieselmotors von Traktoren ist mir besonders lieb. Noch heute fahre ich die Seitenscheibe bei meinem Pkw herunter und mache das Radio leiser, wenn mir so ein Fahrzeug auf der Straße begegnet oder ich es überhole. Was ja gerade zur Zuckerrübenzeit im Herbst der Fall ist. Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und die Traktoren auf den Feldern arbeiten, komme ich natürlich in den gleichen Genuss. Je nach Wahrnehmungsmöglichkeit und "Sound" ist die dabei aufkommende Gänsehaut unterschiedlich ausgeprägt. Warum das so ist, führe ich darauf zurück, dass ich auf einen landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen bin, mich die Technik schon immer fasziniert hat und ich meinen Kindheitstraum verwirklichen konnte, mein gesamtes Berufsleben in der Landtechnikbranche mit Herzblut zu verbringen.

Knisterndes Kaminfeuer

Dr. Alice Habersack, Stadtarchivarin Erkelenz
Mein Lieblingsgeräusch ist das Knistern vom Kaminfeuer. Ich bin in einem sehr alten Bauernhaus (16. bis 18. Jhdt.) in Frankreich groß geworden, und es war nicht besonders gut isoliert. Dafür hatten wir einen riesigen, offenen Kamin (2 Meter breit x 1,80 Meter hoch), in dem wir im Herbst/ Winter immer Feuer gemacht haben. Egal, wie windig oder kalt es draußen war: Bei uns war es warm und gemütlich — und das Feuer hat schön "geknistert" (ein Geräusch, das kein Mensch hierzulande noch kennt, da in Deutschland fast alle offene Kamine mittlerweile verboten sind).

Die Stille davor

Dominik Mercks, Electrisize-Mitbegründer
Mein Lieblingsgeräusch ist eigentlich ein Nicht-Geräusch: die "Stille bevor" — eine erwartungsvolle Stille, in der die Vorfreude auf die nächsten Momente mitschwingt: Wenn der Dirigent vor dem Orchester die Arme schon erhoben hat und es einen Moment ganz ruhig ist, bevor der erste Ton erklingt; wenn das Licht im Theater ausgeht und das Publikum still wird, bevor sich der Vorhang öffnet; wenn morgens um 8 Uhr über einem menschenleeren Festivalgelände die Stille liegt.

Wiederkäuende Kühe

Heinz Musch, Ehemaliger Schulleiter und Ratsherr
Spontan erinnere ich mich an das Wiederkäuen von Kühen im nächtlichen Stall verbunden mit dem unregelmäßigen Klirren der Ketten, mit denen die Kühe im Stall angebunden waren. Ich bin in einem Nebenerwerbsbauernhof im Westerwald aufgewachsen. Diese Geräusche vermittelten mir, dass im Haus und Stall alles in Ordnung war. Sie gaben mir die Gewissheit von Geborgenheit, Sicherheit und Ruhe.

Tor-Jingle

Wolfgang Linkens, Ehrenstadtbrandinspektor
Mein liebstes Geräusch ist der Tor-Jingle im Borussia-Park. Leider habe ich den schon lange nicht mehr gehört. Bereits seit 1965 (Aufstiegsspiele zur Bundesliga) besuche ich in regelmäßigen Abständen die Heimspiele von Borussia Mönchengladbach.

Fahrradklingel

Ansgar Lurweg, Beigeordneter Erkelenz
Fahrradfahren ist die schönste Art der Fortbewegung, die ich kenne. Das "fröhliche Ping" der Klingel weckt in mir Erinnerungen an unbeschreiblich schöne Radtouren mit vielen tollen Erlebnissen, das sanfte Dahingleiten durch tolle Landschaften, vielleicht nur noch übertroffen vom leichten Sirren der gut geölten Fahrradkette (das energische "Ping" im morgendlichen Verkehr bei gestressten Autofahrern und Fußgängern lasse ich mal weg). Das "Ping" habe ich auch als Handyton, wenn meine Familie sich meldet. Im Übrigen hat sich die Fahrradtechnik in meiner Lebenszeit radikaler verändert als zum Beispiel beim Auto. Nur die Klingel hat die gleiche Mechanik wie vor 50 Jahren.

Pausenhof

Thomas Pennartz, Sparkassenvorstand
Immer, wenn ich die Geräusche von einem Pausenhof höre, muss ich instinktiv lächeln. Es tut gut, diese "Geräusche der lauten guten Laune" wahrzunehmen, denn sie stärken mein Vertrauen in eine gute Zukunft.

Stille

Thorsten Odenthal, Lehrer
Mein liebstes Geräusch ist die Stille, und das, obwohl es sie ja genau genommen eigentlich nicht wirklich gibt. Aber gerade in hektischen Momenten tut es mir gut, kurz innezuhalten und in mich hineinzuhören, und das geht nun mal am besten in der Stille.

(rp)
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