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Erkelenz: Weiche Korktanne ein Geheimtipp

Erkelenz : Weiche Korktanne ein Geheimtipp

Zu Weihnachten gehört für viele der Tannenbaum einfach dazu. Für die beste Qualität muss die Geldbörse allerdings weit aufgehalten werden. Nordmanntannen sind weiterhin die beliebtesten Weihnachtsbäume.

Ankommen, umschauen, aufladen, abfahren — an Josef Nüssers Weihnachtsbaumstand in Wassenberg herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Für die Weihnachtsbaumhändler der Region ist Hochsaison.

Populär sind Nordmanntannen. Mit deren Preisen ist Nüsser jedoch nicht wirklich zufrieden. Rund um die kleine Holzhütte an der Rurtalstraße sind einzelne Bereiche abgetrennt. Blaufichte steht auf einem Schild, Nordmanntanne auf einem anderen. Gerade letztere ist auch in diesem Jahr der Renner schlechthin. Die Tanne hält sich lange, ihre Nadeln stechen nicht und fallen spät ab. Wermutstropfen: Einen markanten Tannengeruch versprühen die Bäume nicht.

Ein buchstäblicher Dorn im Auge sind Nüsser die Preise. Neben selbst gezogenen Tannen und dem Handel mit Kleinproduzenten aus der Umgebung kauft Nüsser Tannen aus dem Sauerland zu. Für die Nordmanntanne in bester Qualität verlangten Händler bis zu 25 Euro pro laufenden Meter im Ankauf. Das müsse er auf die Preise umlegen. "Für viele ist das einfach zu hoch", sagt Nüsser. Dabei mache die Tanne 80 bis 85 Prozent des gesamten Verkaufs aus. Nüsser zieht sie deshalb verstärkt selbst.

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Über fallende Preise würde sich auch Daniel Morjan von der Baumschule Morjan in Grambusch freuen. Für die nächsten Jahre hofft er auf eine leichte Preisentspannung. Prognosen stünden jedoch generell unter Vorbehalt. Unwetter oder viel Schnee, der junge Äste abknicke, Transportschwierigkeiten aufgrund der Witterung oder Tierbefall — es gibt sehr viele Faktoren, die die Preise spontan beeinflussen können.

Von weitgehend "stabilen bis steigenden Preisen" spricht Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft. Im Schnitt würden für die Nordmanntanne in Premiumqualität zwischen 16 und 21 Euro den laufenden Meter verlangt. Die Qualitäten stimmten. Echtes Wetteifern mit den Großproduzenten im Sauerland oder aus Dänemark sei für hiesige Landwirte jedoch nicht möglich. Denn der Verkauf von Weihnachtsbäumen ist ein Zuerwerb. Meist werden kleine Flächen für die Zucht reserviert, die für den Anbau unrentabel seien. Conzen empfiehlt Bäume aus rheinischer Zucht. Ihr Kauf sei durch die kurzen Transportwege ökonomisch wie ökologisch sinnvoll.

Ein Renner sei es in diesem Jahr, die Bäume in der Schonung selbst zu schlagen, berichtet Karlheinz Paulsen von der gleichnamigen Baumschule in Merbeck. Hier habe er viele Vorbestellungen. Einen Geheimtipp für Meider der Nordmanntanne hat er auch. "Die Korktanne riecht intensiver und hat ebenfalls weiche Nadeln." Sie liegt jedoch im selben Preissegment wie ihr Konkurrent.

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(prei)