Erkelenz : Duales Studium — fundiert ausgebildet

Das Cornelius-Burgh-Gymnasium hatte zu einem interessanten Informationsabend eingeladen: Geklärt wurde die Frage, wie es nach dem Abitur weitergeht. Ein möglicher Weg ist das Duale Studium. Absolventen und Unternehmen gaben einen Überblick.

Wie geht es weiter nach dem Abitur? Eine Antwort auf diese Frage ist für viele junge Menschen nach dem Abschluss ihrer schulischen Ausbildung nicht immer leicht. Eine Entscheidungshilfe sollte die Veranstaltung bieten, zu der das Cornelius-Burgh-Gymnasium ins Forum eingeladen hatte und bei der das Duale Studium als mögliche Option vorgestellt wurde.

Duales Studium bedeutet, wie Andreas Beumers von der Fachhochschule Aachen einleitend erläuterte, eine betriebliche Ausbildung, die gepaart ist mit einem zeitgleichen Studium. Der große Vorteil: Neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung mit einem Gesellenbrief hat der Absolvent nach dem Studienabschluss auch den Bachelor-Titel in der Tasche. Einige Schüler, vornehmlich aber Eltern, ließen sich über die Vorteile, aber auch die Nachteile des Dualen Studium informieren. Neben Beumers stellten Kirsten Möller von der Fachhochschule Niederrhein und Lothar Dröge von der Arbeitsagentur Aachen-Düren Wege vor, bei denen das Studium und die Berufsausbildung verknüpft werden. Die ehemalige CBG-Absolventin Hannah Meyersieck schließlich, Studentin in Neckarsulm und zugleich Auszubildende in einem international tätigen Lebensmitteldiscounter, stellte das Duale Studium aus ihrer Sicht vor, während Tobias Wilms als Ausbildungsbeauftragter der Firma Hegenscheidt MHD aus der Sicht eines Unternehmens auf das Modell blickte.

Alle Referentin waren sich einig: Die meistens viereinhalbjährige Ausbildungs- und Studienzeit ist ein guter Weg in eine sichere berufliche Zukunft mit zwei Abschlüssen in der Hand, einer meist durchgängigen Vergütung während der betrieblichen Ausbildung und der Weiterbeschäftigung während des letzten Studienjahres, einer sehr praxisorientierten Lerntätigkeit und einer fast garantierten Übernahme in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis beim Ausbildungsbetrieb.

Wie Beumers, der die FH Aachen als technisch-orientierte Hochschule darstelle, betonte, liege die Abbrecherquote beim Dualen Studium unter fünf Prozent. Kirsten Möller, die die FH Mönchengladbach als zweitgrößte Fachhochschule in NRW bezeichnete, lobte das anwendungsorientierte Studium mit der Kombination, bei der anfangs wöchentlich zwei Tage studiert und an drei Tagen ausgebildet werde. Doch ist diese Regelung nicht überall üblich, wie Meyersieck erklärte. Sie hat dreimonatige Blöcke, in denen sie intensiv ausgebildet wird oder intensiv studiert. „Man muss schon selbstdiszipliniert, konzentriert und engagiert sein“, mahnt sie mögliche Interessenten. Die Zeit ist gefüllt mit Lernstoff und Arbeit. Zeit für ausschweifendes Studentenleben mit Müßigkeit, wie klischeehaft dargestellt wird, bleibt beim Dualen Studium nicht.

Während Möller und Beumers auf die Kombination zwischen Unternehmen und Studium hinwiesen, legte Dröge, der auch zuständiger Studienberater für das CBG ist, den Schwerpunkt auf die Kombination zwischen Studium und Ausbildung im Öffentlichen Dienst. Finanzamt, Justizdienst, allgemeine Verwaltung und auch die Arbeitsagentur würden sich immer über Interessenten für das Duale Studium freuen. Er riet interessierten Schülern, nicht zu lange mit einer Entscheidung zu warten. „Mindestens ein Jahr vor Schulabschluss sollte man sich bewerben. Entweder im Öffentlichen Dienst oder bei den vielen Unternehmen in der Region, die sich bereits am Dualen Studium als Partner beteiligen.“ Bei großen Konzernen sei sogar ein zweijährige Vorlaufzeit bei Bewerbungen üblich.

Den Weg zum Dualen Studium beschrieb Möller: erst ein Ausbildungsvertrag, dann die Anmeldung zum Studium. So hat es auch Tobias Wilms gemacht. Er war der erste Absolvent eines Dualen Studiums bei Hegenscheidt. Das war 2007, als er eine Ausbildung zum Technischen Zeichner und eine Studium im Ingenieurswesen absolvierte. Seitdem sind ihm viele Kollegen gefolgt. Derzeit betreut Wilms 39 Kollegen beim Dualen Studium. Und er hat das Argument zur Hand, das ausschlaggebend sein könnte: „Alle, die bei Hegenscheidt einen Abschluss im Dualen Studium gemacht haben, sind noch bei uns.“