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Vorsichtiger Optimismus in Erkelenz: Hoffnung auf das Weihnachtsgeschäft

Erkelenzer Händler sind vorsichtig optimistisch : Hoffnung auf das Weihnachtsgeschäft

Während die Politik vorerst Corona-Maßnahmen beendet, setzt der regionale Einzelhandel wieder Hoffnung auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. Trotz Materialknappheit und Lieferengpässen herrscht vorsichtiger Optimismus.

Trotz kreativer Einfälle und Aktionen, um trotz Geschäftsschließungen für die Kunden da zu sein, haben in der letzten Weihnachtssaison vor allem die lokalen Händler deutschlandweit unter der Corona-Situation leiden müssen. In diesem Jahr wünschen sie sich, dass die vorerst gestrichenen Maßnahmen und ein mögliches Weihnachtsfest im Kreise der erweiterten Familie den Handel vor dem Fest noch einmal ankurbeln. Sorgen machen den regionalen Geschäftsinhabern jedoch nicht nur die aktuellen Zahlen, sondern auch Lieferengpässe und Rohstoffknappheiten.

„So, wie es sich bisher abzeichnet, wird der Papiermangel unsere Branche vor Schwierigkeiten stellen“, berichtet Irmgard Wild-Freisleben, die im Kreis Heinsberg die Buchhandlungen Wild in Erkelenz und Hückelhoven unterhält. Einige Titel, so betont die Buchhändlerin, würden beim Großhändler nicht mehr auf Lager liegen und seien für den Nachdruck gemeldet, doch vor allem in den Wochen vor dem Fest werde sich der Nachdruck auf die absoluten Bestseller konzentrieren. „Die Buchhandlungen haben sich natürlich bestmöglich bevorratet, doch wenn beispielsweise Frau Westermann oder Frau Heidenreich fünf Tage vor Weihnachten noch ein besonderes Buch empfehlen, ist das für uns eine unbekannte Variable“, erklärte Wild.

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In erster Linie setzten sie und ihr Team darauf, dass es nicht erneut zum Lockdown kommt. „Wir hoffen auf ein super Weihnachtsgeschäft mit guten Titeln“, sagte sie. Abseits der hohen Nachfrage nach den gelisteten Bestsellern haben die Buchhändlerinnen in den Wild-Filialen jedoch auch ihre eigenen Bestsellerregale vorbereitet, die sie zum Weihnachtsfest empfehlen.

Ein vorsichtiger Optimismus herrscht auch im Familienbetrieb „Mona’s Spielwaren“ in Wegberg, den Andrea Schröder 2008 von ihrer Mutter übernahm. „Die Menschen sind emotional erschöpft, weil ihr Alltag völlig aus der Bahn geraten ist. Deshalb habe ich den Eindruck, dass die Leute sich danach sehnen, ein normales Weihnachtsfest zu erleben – mit allem, was dazugehört, also eben auch dem Aussuchen der Geschenke vor Ort mit dem Service im Fachgeschäft“, sagte sie. Obwohl sie im Vorjahr bereits am 16. Dezember schließen mussten, waren sie und ihr Team jeden Tag vor Ort, um zumindest eine coronakonforme Abholung von bestellten Waren zu ermöglichen.

Diese Art des Einkaufs – online bestellen und im Laden abholen – sei durch die Pandemie deutlich beliebter geworden. „So oder so sind wir aber schon mitten in der Saison und das Weihnachtspapier ist aufgespannt. Insgesamt sind die Leute auch schon etwas früher unterwegs, um Geschenke zu besorgen, die Vorfreude ist bei unseren frühen Kunden definitiv spürbar“, sagte Schröder. Doch auch hier bereiteten Engpässe Probleme, ein paar besondere Artikel seien rar. Wer als Händler nicht vorzeitig den „richtigen Riecher“ gehabt und sich mit Vorräten eingedeckt hätte, könne bei den betroffenen Produkten bis zum Jahresende auch nicht mehr mit Nachlieferungen rechnen, meinte Schröder.

Diese Knappheiten ziehen sich durch fast alle Einzelhandelssparten – auch das Kaufhaus Martini, das schon seit über 160 Jahren zur Erkelenzer Einkaufslandschaft zählt, ist mit einigen Warengruppen betroffen. „Bei uns gibt es bereits seit rund drei Monaten Lieferschwierigkeiten oder Produktengpässe, was beispielsweise Elektrogeräte oder Textilien betrifft. Ich gehe sogar davon aus, dass sich die Lage in Richtung Weihnachtszeit auch noch massiv verschlechtert“, schilderte Geschäftsführerin Sylke Görtz. Darüber hinaus sei das Weihnachtsgeschäft natürlich davon abhängig, welche weiteren Maßnahmen die Politik in den nächsten Wochen beschließt.

Die Kunden würden das Engagement der Geschäfte honorieren, und auch in den Handelsverbänden laute der Tenor, dass die Menschen gerne wieder in die Stadt gehen und dort gezielt den lokalen Handel aufsuchen. Dennoch hänge alles daran, inwieweit die Menschen in der kommenden Zeit eingeschränkt werden und wie die Stadt Erkelenz die Maßnahmen umsetze. „Insgesamt ist die Lage zwar nicht mit der vor der Pandemie zu vergleichen, aber angesichts der Situation haben wir dennoch ein positives Gefühl. Dass es aber jemals wieder so wird, wie vor der Pandemie, wage ich zu bezweifeln. Für uns ist die Hauptsache, dass die Kunden gerne wieder zu uns kommen und sich freuen, dass wir noch da sind“, erläuterte Sylke Görtz.