Erkelenz: Vom Kohl zum Kappes

Erkelenz : Vom Kohl zum Kappes

Rettet unsere Mundart!

Rettet unsere Mundart!

RP-Leserin Sigrid Müllers-Evertz aus Erkelenz erinnert sich gut an ihren ersten Kontakt mit der heimischen Mundart. Sie hat uns eine Anekdote aus ihrer Kindheit geschickt, die beschreibt, wie ihr Interesse fürs Plattdeutsche geweckt wurde. Sie hält es für wichtig, dass diese Sprache nicht ausstirbt und auch junge Leute sich damit befassen.

"Ich war gerade mal 10 Jahre alt, und meine Mutter hatte immer streng darauf geachtet, dass ich reines Hochdeutsch und nicht Plattdeutsch redete. Unsere Nachbarn fanden das übertrieben, und ich wurde auch schon mal deswegen gehänselt. Eines Tages beauftrage mich meine Mutter, im nahen "Tante-Emma-Laden" für sie einen Weißkohl zu erstehen, und drückte mir eine Mark in die Hand. Auf meine Frage, ob ich wohl einen "Weißkohl" haben könnte, meinte die Ladeninhaberin, es täte ihr leid, sie habe keinen Weißkohl, sondern nur "Kappes". Da ich nichts damit anzufangen wusste, verließ ich betrübt den Laden und eilte nach Hause.

Meine Mutter hörte sich das an und schmunzelte. Schickte mich dann aber wieder zurück, den "Kappes" doch zu erstehen. Mit hochrotem Kopf brachte ich mein Anliegen vor und trabte mit dem Kappes nach Hause. Von da an nahm ich mir vor, bei den Gesprächen zwischen Mutter, Großmutter und Großvater demnächst genauer hin zu hören und wenigstens einige "plattdeutschen" Vokabeln zu lernen.

Auch heute noch lese ich gerne plattdeutsche Beiträge oder Gedichte und versuche zu übersetzen, was mir allerdings nicht immer ganz gelingt."

Wer kennt die Mundart?

Kennen andere RP-Leser originelle Redewendungen in der heimischen Mundart? Sprechen Sie Platt? Mögen Sie es? Oder finden sie Platt peinlich? Ist Platt eine Sprache ohne Zukunft? Wie sehen Sie das?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung. Bitte an: Rheinische Post, Kölner Straße 3, 41812 Erkelenz, oder redaktion.erkelenz@rheinische-post.de.

(RP)
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