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Altweiber in Erkelenz: "Viel Verständnis für Glasverbot"

Altweiber in Erkelenz : "Viel Verständnis für Glasverbot"

Jugendliche aus den umliegenden Städten feierten Altweiber in Erkelenz auf dem Johannismarkt – Mitarbeiter der benachbarten Jugendämter halfen dort am Donnerstag, den Alkoholkonsum einzudämmen.

Jugendliche aus den umliegenden Städten feierten Altweiber in Erkelenz auf dem Johannismarkt — Mitarbeiter der benachbarten Jugendämter halfen dort am Donnerstag, den Alkoholkonsum einzudämmen.

Glas war auf dem Johannismarkt im zweiten Jahr in Folge an Altweiber verboten. Das störte Hunderte Karnevalisten nicht. Sie feierten, lachten und tranken, denn Alkohol war dort nicht verboten. "Das Glasverbot senkt den Konsum nicht. Das haben wir voriges Jahr festgestellt. Aber wir haben die Unfallgefahr durch Glassplitter auf dem Boden gebannt — das ist wichtig und gut", sagte Stadtjugendpfleger Markus Wilmer. Er hatte mit Kollegen aus anderen Jugendämtern im Kreis Heinsberg einen Stand an der Leonhardskapelle aufgebaut, an dem sie Jugendliche auf die Gefahr von Alkohol aufmerksam machten. Getan wird viel, um den einen oder anderen von ihnen vor zu viel Alkohol — und den Folgen — zu bewahren.

Um 12.30 Uhr wurde es auf dem Platz vor der Leonhardskapelle voll. Die weiterführenden Schulen hatten gemeinsam Unterrichtsschluss. Die Jugendlichen mussten den Weg nehmen, um auf den Johannismarkt zu kommen. Mülleimer standen bereit, in die sie ihre Glasflaschen entsorgen konnten — ob sie es taten, war etwas anderes. Markus Wilmer bat drei junge Frauen, die auf den Boden geworfenen kleinen Schnapsflaschen aufzuheben. Sie lächelten. Eine kam der Bitte nach. Kurz darauf überlegten die Mitarbeiter der Jugendämter aus Erkelenz, Hückelhoven und vom Kreis, ob sie die Kollegen vom Ordnungsamt rufen sollten, die gerade am Johannismarkt kontrollierten. Die könnten Bußgelder verhängen. Wilmer und die Kollegen fragten sich auch, ob das Glasverbot nächstes Jahr auf den Platz an der Leonhardskapelle ausgeweitet werden müsste. So viel Glas auf dem Boden erzeugte dasselbe Problem wie früher auf dem Johannismarkt: gefährliche Scherben.

"Darüber müssen wir in der Nachbetrachtung sprechen", sagte auch Dieter Stumm, Leiter des Ordnungsamts. Er hatte Position am Zugang zum Johannismarkt bezogen. Dort konnten Feiernde, die nichts von dem Glasverbot wussten, mitgebrachte Getränke in Plastikbecher umfüllen. "Alkohol aber nur, wenn sie alt genug dafür sind."

Eine Nachbesprechung hatte es auch 2012 gegeben. Danach wurde beschlossen, keinen Zugang auf den Platz von der Burgstraße zu ermöglichen. "Viele Jugendliche hatten 2012 an der Burg getrunken und im Umfeld ihre Notdurft auch in Hauseingänge gemacht", sagte Stumm. Das sollte dieses Jahr verhindert werden. Die Sonne lachte zu diesem Zeitpunkt, Stumm auch. Er könne feststellen, dass viele Verständnis für das Glasverbot und die Kontrollen im Sinne des Jugendschutzes hätten, "darüber bin ich froh" — darauf angesprochen, stimmten ihm auf dem Johannismarkt viele zu. Zumindest unter den Älteren.

Letzte Bilanz von Altweiber wird in einigen Tagen gezogen.

(RP/ac)