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Erkelenz: Viel Sonne und ein leckeres Dreigestirn

Erkelenz : Viel Sonne und ein leckeres Dreigestirn

Besser konnten die Bedingungen gestern eigentlich gar nicht sein: Zum Auftakt des Straßenkarnevals strahlte die Sonne vom Himmel. Und dann zeigte sich, dass die Stadt Erkelenz doch noch Narrenherrscher gefunden hat.

Die Ruhe vor dem großen Sturm. Im Anton's am Bahnhof sammeln sich die Aktiven der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft von 1832. Thema Nummer eins: das Wetter. Denn das spielt zum Auftakt des Straßenkarnevals immer eine wesentliche Rolle. Vor allem für die weiblichen Gardisten ist Altweiber stets die Art Testlauf für die Karnevalszüge. Und so kommt die Frage immer wieder: "Bist Du eigentlich warm genug angezogen?" Indes ertönt der Pfiff aus der Trillerpfeife - es geht los. Die Traditionelle Funkengarde Blau-Weiß, die Hausgarde und Prinzengarde ziehen zusammen mit dem Reitercorps Gerichhausen vom Bahnhof zum Markt - und dort warten schon hunderte Jecken auf das Spektakel.

Die EKG-Aktiven haben sich vor dem Alten Rathaus formiert. Dort hissen die Funken- und Prinzengardisten zunächst ihre Flaggen, denn aus Erkelenz wird traditionell an den tollen Tagen "Möhnelenz". Oben im Alten Rathaus haben sich die Verwaltungsspitze und Ratsmitglieder verschanzt. Sie haben ein Fenster geöffnet. Einen Blick heraus wagen Stephan Muckel und Dominik Büschgens (beide CDU). Doch wie sehen die beiden denn aus? Kennt man sie sonst adrett gekleidet, sehen sie aus wie Bäcker.

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Den Eingang zum Alten Rathaus beherrschen die Möhneleut. Mit dem Rammbock verschaffen sie sich Zutritt. Gestern war es nicht besonders schwer, die Tür zu öffnen. Kein Wunder, denn der Widerstand von Rat und Verwaltung hielt sich in Grenzen. Bürgermeister Peter Jansen, der Oberbäckermeister an der Spitze des kleinen Zuges, schien auch seinen Spaß an der Sache zu haben. Endlich nicht alleine regieren, endlich die Verantwortung in andere Hände legen, schien er sich gedacht - die Hände der Möhneleut.

Dass Rat und Verwaltung alle in Bäckerkluft auf dem Markt erschienen waren, hatte seinen Grund: "Wir backen uns 'nen Erka-Prinz" ließen sie das närrische Volk wissen, denn: Die Stadt Erkelenz muss in dieser Session ohne Tollität auskommen. Und so hatten Rat und Verwaltung drei große Torten mitgebracht. Prinz Kenne II., Bauer Hammer nit und Jungfrau Nixia - dieses "Dreigestirn" jedenfalls hatte gestern das Sagen - zumindest, was die Kalorien betraf. Den Kuchen teilten die Jecken unter sich auf, und zwar gegen eine kleine Spende.

Danach ging es auf dem Markt richtig los. Wie gewohnt gab es die Möhnenprämierung, dazu kleideten die Möhneleut aus ihrem Kostümfundus die Jecken ein, und auch eine Verlosung rundete das Programm ab. Einer wollte allerdings dann doch nochmals auf die Bühne: Heinz Forg, gerade frisch 90 Jahre jung geworden, sang mit seinem Neffen Markus das Traditionslied der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft "Dremol Maak Mött".

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