Erkelenz Viel Musik, wenig Konzept

Erkelenz · Der Lambertusmarkt startet heute in seinen Final-Tag. Bislang traf das Bühnenprogramm auf geteilte Resonanz. Höhepunkte waren der Auftritt von Sascha Klaar und der Covermusik-Abend mit dem meisten Andrang.

 Sascha Klaar, der "Teufel am Piano", brachte Selbiges und sein Publikum schwer in Wallung bei seinem Auftritt auf dem Erkelenzer Lambertusmarkt.

Sascha Klaar, der "Teufel am Piano", brachte Selbiges und sein Publikum schwer in Wallung bei seinem Auftritt auf dem Erkelenzer Lambertusmarkt.

Foto: Jürgen Laaser

Der Donnerstag war ein Desaster, der Freitag bot ein Bühnenfeuerwerk mit ganz spezieller Musikrichtung, und der Samstag zog mit altbewährter Covermusik die breite Masse an. Das waren sie, die ersten drei Abende auf dem Lambertusmarkt, dessen Programm von der RP unterstützt wird. Eine besondere Rolle spielen in der Betrachtung die Bierzelt-Tische und -Bänke mitten auf dem Platz.

Fünf Tage lang ein attraktives Bühnenprogramm zu bieten, das möglichst viele Geschmäcker trifft und für einen vollen Marktplatz mit guter Stimmung sorgt — so lautet die Herausforderung für die Veranstalter und Organisatoren des Lambertusmarktes. Zugegeben: es ist eine große. Dass sie im vergangenen Jahr für die Kultur GmbH (Veranstalter) nicht auf Anhieb zu bewältigen war, nach dem die Firma Kulvera (Organisator) kurzfristig abgesprungen war — okay. Für das diesjährige Fest hatte die neue Firma Von der Gathen jedoch genügend Vorlauf.

Karneval, Rock und der Sound

Und hatte sich für den Donnerstag ein extrem kleinteiliges Programm ohne Top-Act ausgedacht. Sechs Stimmungsbands enterten im stündlichen Abstand die Bühne. Dass die erste nur eine Handvoll Zuhörer hatte, war definitiv dem Regen geschuldet. Dass sich bei der Letzten der Marktplatz relativ gut gefüllt hatte, lag wohl vornehmlich an der grundsätzlichen Lambertusmarkt-Lust der Erkelenzer, denn Stimmung kam kaum auf. So kehrten die Zuschauer der Bühne eher den Rücken und versammelten sich um die Getränkestände, während im Hintergrund ein Loblied auf die tolle Stadt Kölle nach dem anderen erklang (schlimmer als zu Karneval).

Wie man den Funken zum Publikum überspringen lässt, demonstrierte am Freitag Sascha Klaar — gebürtiger Hückelhovener und gefeierter "Teufel am Piano" im weißen Anzug, mit roten Lackschuhen und erstklassigen Musikern. Sicher, Rock'n'Roll ist nicht jedermanns Sache, aber die Show war top und vor der Bühne wurde sogar getanzt. Hätten nicht besagte Bierzelt-Tische und -Bänke mitten auf dem Platz gestanden, wäre es vielleicht noch besser gewesen. Denn die entpuppten sich — bei allem Verständnis für ein bisschen Komfort — als Stimmungskiller, zumindest am Abend. Das wurde auch am Samstag deutlich, als die Sänger der Wuppertaler Coverband "Flieger" mehrfach flehten, das Publikum möge doch etwas mehr nach vorne zur Bühne kommen. Dort wäre im Übrigen auch der Sound besser gewesen, der im hinteren Bereich eher als Brei ankam. Die meisten Besucher waren trotzdem am Samstag da.

(RP)
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