Erkelenz: Viel Beifall für die Eiskönigin

Erkelenz: Viel Beifall für die Eiskönigin

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Stadthalle Erkelenz bei der fantasievollen Inszenierung, bei der die Akteure des Jungen Musical Theaters Heinsberg eindrucksvolle Tänze und schöne Kostüme präsentierten.

Die Kinder schauten mit offenen Mündern zu, und auch die Erwachsenen waren sichtlich gefesselt von der Inszenierung des phantastischen Wintermärchens "Die Eiskönigin". Einmal mehr bewies das Junge Musical Theater Heinsberg unter der Leitung von Ballettmeisterin Irena Kostova tänzerisch, gesanglich und schauspielerisch, dass sich wochenlanges Proben lohnt. Ein Lob verdienen die Tänzer und Akteure obendrein, weil keine Generalprobe stattfand. Voller Spielfreude, tänzerischem und schauspielerischem Können begeisterten sie die Zuschauer, die die Erkelenzer Stadthalle bis auf den letzten Platz gefüllt hatten.

Schon das Bühnenbild – im ersten Akt eine farbenfrohe Häuseransicht verdeckt von Vorhängen und im zweiten Akt der Eispalast mit einem gemalten Eisberg, Kristallen und Eiszapfen – verdeutlichte die Professionalität. Nicht zu vergessen die aufwendigen und einfallsreichen Kostüme, angefangen bei goldenen Robotern bis hin zum blau und silbern funkelnden Kleid der Eiskönigin. Eindrucksvoll in die Handlung integriert zeigten die Akteure im Alter ab sechs Jahren die ganze Bandbreite ihres tänzerischen Könnens, angefangen vom klassischen Ballett mit einfachen Grundpositionen, Arabesque und Pirouetten bis zum Modern Dance.

  • 2019 werden Vorhaben geprüft : Landstraßen: NRW treibt Pläne voran

Das Kindermusical begann mit dem Auftritt der Schneeflocken, die über die Bühne tanzten. Gefolgt von den Schülern mit ihrer Lehrerin (Andra Florack), um die sich das Stück drehte. Diesen Auftritten folgten weitere tänzerische Einfälle, darunter ein personifizierter eisiger Wind, bei dem die Tänzer sich anmutig mit Hilfe von Tüchern bewegten. Schön und tänzerisch beeindruckend war auch der Anblick der Eiszapfen sowie der Aufmarsch der kleinen und großen Roboter im Palast, die mit abgehackten Bewegungen willenlose Maschinen mimten, die nur auf das Kommando der Eiskönigin hörten. Ein gelungener Einfall war auch der Tanz der Majoretten, wobei die Tänzerinnen tatsächlich an einem Stock befestigt waren.

Den schwierigsten Part jedoch hatten die Protagonisten Tahnee Schaffarczyk als Eiskönigin, Jessica Walter als Berater, Christian Scheeren als Eishändler, Milana Nobis als Spiegel, Joline Zaunbrecher als Rabe und Celina dos Santos als Emma sowie Paula Randerath als Tim: allein schon wegen des Umfangs des Textes und der schauspielerischen Anforderungen. Herausragend hier die Eiskönigin, die ihr Reich des ewigen Eises vor dem Frühling retten wollte. Gestisch und mimisch gekonnt bewegte sie sich über die Bühne, immer verfolgt von ihrem watschelnden Berater. Ihre Machenschaften jedoch, Tims Herz in Eis zu verwandeln, um ihr Reich und damit ihre Macht zu bewahren, scheiterten am Ende: Sie schmolz dahin. Und das Eis aus dem Palast wurde an die Schüler in Hörnchen verteilt. Ein gelungener Abschluss eines aufwendigen, unterhaltsamen, fesselnden Kindermusicals.

(RP)
Mehr von RP ONLINE