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Erkelenz: Venezuela: Mord an Erkelenzer Unternehmer aufgeklärt

Erkelenz : Venezuela: Mord an Erkelenzer Unternehmer aufgeklärt

Fahndungserfolg für die venezolanische Polizei: Die Staatsanwaltschaft informierte am Dienstag (Ortszeit) über die Verhaftung eines 37 Jahre alten Mannes, der vor gut fünf Monaten den deutschen Unternehmer Christoph Kleuters erschossen haben soll. Die Verhaftung erfolgte bereits Ende November, wurde aber erst jetzt der Öffentlichkeit mitgeteilt.

Der mutmaßliche Täter gilt als "Ko-Autor" des brutalen Überfalls mit tödlichem Ausgang, der in der Heimat des sozial engagierten Firmenchefs Entsetzen auslöste. Kleuters war auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt, nachdem er sich im Jahr 2008 für die Sat.1-Dokusoap "Geheime Helfer" als vorgeblicher Hartz-IV-Empfänger unter Arbeitslosen im Ruhrgebiet von der Kamera begleiten ließ.

Kleuters hatte es am 18. Juni nicht einmal vom Flughafen bis ins Hotel geschafft. Der 56 Jahre alte Unternehmer aus dem niederrheinischen Erkelenz war nach Caracas gekommen, um über eine Zusammenarbeit mit der venezolanischen Erdölindustrie zu sprechen. Nach Angaben aus seiner Heimat war er von einem staatlichen Erdölunternehmen eingeladen worden. Kleuters, dessen Firma auf Maschinen unter anderem für Erdölbohrtechnik spezialisiert war, hatte die Gefahren nicht unterschätzt. Vom Flughafen in Caracas ließ er sich von Personenschützern abholen. Aus gutem Grund: Venezuela hat sich in den vergangenen 15 Jahren zum gefährlisten Land Südamerikas entwickelt, Caracas gilt aus die gefährlichste Hauptstadt des Kontinentes.

Auf dem Weg vom Internationalen Flughafen in Caracas zum Business-Hotel "Eurobuilding" schlugen die Täter zu. Sie eröffneten das Feuer auf die Gruppe, Kleuters starb im Kugelhagel. In der Lobby des Hotels sorgten die Einschusslöcher an den Scheiben für Panik unter den Hotelgästen. Bis dato galt das Fünf-Sterne-Hotel als Oase der Sicherheit. In den überregionalen TV-Sendern Lateinamerika rühmte sich das Hotel für seine Sicherheit. Seit dem Vorfall und den Bildern der zerschossenen Lobby purzeln die Zimmerpreise.

Bereits zur Jahresbeginn hatte der Raubmord an einem deutschen Touristenf für Aufsehen gesorgt. Ein 76 Jahre alter Kreuzfahrtpassagier eines Schiffes der Kreuzfahrt-Reederei Aida Cruises wurde bei einem Landgang auf der venezolanischen Karibikinsel Isla Margarita getötet. Der Tourist war bei einem Raubüberfall in einem Einkaufszentrum im Inselhauptort Porlamar erschossen worden.