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Erkelenz: Umfangreiche Arbeiten an St. Valentin

Erkelenz : Umfangreiche Arbeiten an St. Valentin

Die Venrather Kirche wird zurzeit grundlegend saniert – so der völlig marode hölzerne Dachstuhl. Auch etliche Risse im Mauer- und Maßwerk müssen beseitigt werden – Erdbebenschäden. Die Arbeiten werden wohl bis Sommer dauern.

Die Venrather Kirche wird zurzeit grundlegend saniert — so der völlig marode hölzerne Dachstuhl. Auch etliche Risse im Mauer- und Maßwerk müssen beseitigt werden — Erdbebenschäden. Die Arbeiten werden wohl bis Sommer dauern.

Nach der Kirchensanierung ist vor der Kirchensanierung: Nach diesem Motto, frei nach Sepp Herberger, verfährt zurzeit sowohl der Aachener Gerüstbauer Creutz als auch das Erkelenzer Architekturbüro Lennartz & Lennartz: Nachdem das Wahrzeichen des Erkelenzer Lands, der Lambertiturm, wieder auf Vordermann gebracht worden ist, haben Gerüstbauer und Architekt ihr Operationsgebiet nur einige Kilometer innerhalb des Erkelenzer Stadtgebiets verlagert: Nun steht die Sanierung der Venrather Kirche St. Valentin an — und die hat ganz erheblichen Bedarf für substanzerhaltende Maßnahmen.

"Mit den bislang bewilligten 847 000 Euro werden wir wohl nicht hinkommen, da die Schäden noch weit größer sind, als wir ohnehin schon angenommen hatten", erläutert Architekt Dr. Arno Lennartz. Folglich werde auch Ostern als ursprünglich vorgesehener Abschlusstermin der Arbeiten nicht eingehalten werden können — Sommer werde es wohl schon werden. Bis dahin werden die Venrather Gottesdienste im benachbarten Kaulhausen stattfinden — in der dortigen Kapelle St. Wendelin.

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Kräftig gewerkelt wird bereits am maroden hölzernen Dachstuhl. Der ist durch Fäulnis erheblich geschwächt. Zum Beweis zeigen beim RP-Baustellenbesuch Lennartz und Zimmermeister Paul Jansen ein bereits ausgetauschtes Stück vor: Das Holz ist besorgniserregend leicht — und bröselt bei ein wenig Druck bereits kräftig. "Die Tragfähigkeit des Dachstuhls ist nicht mehr gegeben", betont Lennartz. Das ist auch deswegen so, weil sich noch halbwegs intakte Nachbarhölzer durch die daraus resultierende Mehrbelastung verformt haben — quasi ein Dominoeffekt. Dazu gehört auch, dass sich Holzverbindungen gelöst haben und so das Mauerwerk zusätzliche Lasten auffangen muss.

Aber auch durch die Wände und Gewölbe des Kirchenschiffs selbst ziehen sich tiefe Risse — Folgen des großen Erdbebens vom 13. April 1992. Die Risse seien bereits seit vielen Jahren im Auge behalten worden, erläutert Lennartz. "Nun sind die Schäden aber so groß, dass gehandelt werden muss." Die Risse werden untersucht, geöffnet und der jeweiligen Gegebenheit entsprechend saniert. Lennartz nennt als Beispiel Schäden am Turmmauerwerk: "Die müssen kraftschlüssig verbunden werden, um wieder Lasten und Bewegungen richtig aufnehmen und ableiten zu können."

Als weiterer Dominoeffekt seien aber auch die Natursteinmaßwerke der Fenster erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden — speziell das große Maßwerkfenster über dem Hauptportal. "Bei einem Probeläuten Anfang Oktober haben wir festgestellt, dass sich das Maßwerk erheblich mitbewegte", berichtet Lennartz. Folge: Umgehend wurde ein "Läutverbot" verhängt. Die Maßwerke weiterer 15 Fenster werden zurzeit noch gründlich untersucht. Lennartz: "Der endgültige Sanierungsumfang steht bei diesen noch nicht fest."

Auch Feuchtigkeit macht der Kirche arg zu schaffen. "Durch nicht isolierte Mauerfundamente der Außenwände und eine brüchige Außenentwässerungsleitung aus Tonrohren sind größere Schäden entstanden, die wir gleichfalls beseitigen müssen", sagt Lennartz. Quasi ein Klacks werde dagegen zum Abschluss der Arbeiten der Austausch der unwirtschaftlichen Ölheizungsanlage gegen eine moderne Gas-Brennwertheizung werden.

(emo)