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Ukrainische Delegation für Kinderschutz besucht Ortsverband Erkelenz

Auf Fortbildungsreise : Kinderschutzbund-Delegation aus Ukraine zu Gast in Erkelenz

Eine Delegation aus der Ukraine besuchte den Erkelenzer Ortsverband des Kinderschutzbunds. Vorsitzender Michael Kutz stellte die Aufgaben des Verbands vor.

Sie blieben eine Woche, besuchten Bundes- und Landesverband des Kinderschutzbunds und äußerten den Wunsch, einen der Ortsverbände exemplarisch kennenzulernen – die Wahl fiel auf Erkelenz. Dort empfing Vorsitzender und Geschäftsführer Michael Kutz die 18-köpfige ukrainische Delegation des ähnlich aufgebauten Kinderschutz-Netzwerks. Begleitet wurden die weit gereisten Besucher von einer Dolmetscherin und dem Organisator der Fortbildungsreise, André Poddubny, der als Deutscher in Weißrussland lebt und dem Vorstand des dortigen Kinderschutz-Netzwerks angehört.

In den Räumen in der Aachener Straße stellte Kutz die Organisation vor, ging dabei auch auf das Aufgabengebiet des Erkelenzer Ortsverbands ein, der seit 2006 besteht und aktuell rund 75 Mitglieder aufweist. Zu Kutz’ Team gehören neben zwei pädagogischen Mitarbeitern auch drei bis vier Werkstudenten, zwei Bürokräfte sowie drei bis vier Honorarkräfte. Mit einem Streit um einen Bolzplatz in der Erkelenz fing alles an – Ehrenmitglied Heinz Musch ist einer der Mitbegründer des Erkelenzer Kinderschutzbunds. Der ehemalige Schulleiter erinnerte an die ersten „Gehversuche“. Begleitete Umgänge, Lobbyarbeit für Kinder wie auch Aktionen zum Weltkindertag gehören zu den zahlreichen Aufgabengebieten. Dabei habe man sich entwickelt „vom kleinen Wohnzimmerverein“ zum heutigen anerkannten Vertragspartner der Jugendämter.

Zwei Säulen, so Kutz weiter, stützen diese Arbeit: die ehrenamtliche und die professionelle Tätigkeit. Zu den so genannten niederschwelligen Angeboten zählen kostenfreie Erstberatungen, Aktionen zur Verkehrssicherheit, das Flüchtlingscafé oder Informationsveranstaltungen zu Themen wie Internetmobbing, Armut und sexuelle Gewalt. Die Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe sei 2009 erreicht worden. „Vorher haben wir sozusagen auf Probe gearbeitet“, erläuterte Kutz. In der Innenstadt verfügt der Kinderschutzbund über eine eigene Geschäftsstelle mit Beratungs- und Gruppenräumen.

Den interessierten Gästen erklärte er, dass rund ein Drittel der Stadtfläche abgebaggert werde, einige Orte seien bereits umgesiedelt worden. Nach dem Besuch in Dresden habe man auch einen westdeutschen Ortsverband besuchen wollen, machte André Poddubny deutlich. Der Braunkohlentagebau, durch den viele Familien mit Kindern umziehen müssten, und seine Auswirkungen spiele für die Arbeit des Kinderschutzbunds eine große Rolle. Besondere Förderprogramme seien erforderlich. Beim Sommerfest im Innenhof der Geschäftsstelle verbrachten die 18 Gäste aus der Ukraine einige zwanglose Stunden bei ihren Gastgebern, bevor sie am Abend zurück in ihre Heimat flogen.