Erkelenz: Treues Feiervolk auf dem Stoppelfeld

Erkelenz : Treues Feiervolk auf dem Stoppelfeld

Seit 33 Jahren feiert die Katholische Landjugendbewegung die "Stoppelfeldfete". Trotz nassen, wenig sommerlichen Wetters hielten der Fete auf dem Commerdener Acker knapp 2000 Besucher die Treue und feierten bis in den Morgen.

Philipp Kauth und Tim Kaulhausen stehen vor dem 6000 Quadratmeter großen Festgelände. In nur vier Tagen und Nächten haben sie und ihre Kollegen aus der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) es errichtet. Inmitten des abgemähten Ackers, auf dem vor ein paar Wochen noch frischer Hafer stand, begrüßen die beiden jungen Landwirte bestens gelaunte 2000 Gäste zur "33. Stoppelfeldfete". Wasser, Malz und Hopfen aus den Zapfsäulen lassen ab jetzt das "einmalig schlechte Wetter" vergessen. Und die KLJB beweist, dass man auf dem Dorf heute noch am besten weiß, wie richtig gefeiert wird.

Zum ersten Mal fand die Fete auf einem neuen Stück Ackerland bei Commerden statt: Wegen des Wetters konnte das traditionelle Feld zum ersten Mal nicht abgemäht werden. Ferdi Coenen, dessen Kinder Anne und Christoph in langer Familientradition auch bei der Landjugendbewegung sind, bewirtschaftet das Feld, von dem noch bis spät in die Nacht Partymusik in Richtung Erkelenz dröhnte. Dafür sorgten alte Bekannte: Zum elften Mal begrüßte die "Wallstreet"-Sängerin Jenny Palm das Publikum. Die Band aus dem belgischen St. Vith ist Stammgast auf dem Kult-Fest. "Wer hier hin kommt, hat wirklich Lust zu feiern", schwärmte die Sängerin vom Publikum, die anschließend in gut vier Stunden beste Partymusik abgeliefert hat. "Die Stoppelfeldfete ist jedes Jahr das Highlight für Wallstreet", sagte Palm. Sie sprach damit vielen Gästen aus der Seele, die seit Jahren zum Feiern kommen.

Etwas auf die Beine stellen, eine Alternative zum "Herkömmlichen" wollen sie bieten: Wie selbstverständlich formulierten alle jungen Organisatoren diese Ziele. Dabei waren sie noch lange nicht geboren, als die "Stoppelfeldfete" als kleines Erntedankfest begründet wurde. "Landjugend ist Zusammenhalt. Wir sind ein großer Freundeskreis", sagten Tim Kaulhausen (23) und Philipp Klauth (22). Beide selbst im Ackerbau tätig, betonten sie die Verbindung zu Dorf und Landwirtschaft. Das Fortführen dessen, was ihre Familien einst begründet haben, ist ihnen wichtig. "33 Jahre sind eine lange Zeit, die soll mit unserer Generation nicht enden."

In dem Feierareal mit großem Zelt, Innen- und Außentheke, ließen reichlich Mixgetränke über den schlammigen Boden und das "einmalig schlechte Wetter" hinweg sehen. Nach Imbissbuden sucht hier keiner mehr: Auf dem Stoppelfeld ist man stolz auf Leckeres vom eigenen Grill.

Auch die Ehemaligen hatten sich ihren Stammplatz eingerichtet. Sie sahen mit Stolz, dass die heutige Jugend erfolgreich in ihre Fußstapfen tritt. "Landjugend heißt Traditionen zu pflegen", sagte Klauth. Den Ansporn der neuen Generation hatte der junge Gemüsebauer auf den Punkt gebracht:"Irgendwann muss man ja lernen, Verantwortung zu übernehmen."

(jessi)
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