Erkelenz: Theatergruppe fährt zur Preisverleihung

Erkelenz : Theatergruppe fährt zur Preisverleihung

Die Evangelische Kirche im Rheinland überreicht morgen drei Ehrenamtspreise. Die Theatergruppe aus ehemaligen Konfirmanden der Schwanenberger Gemeinde ist dabei, weil die Jugend so in die Gemeindearbeit eingebunden wird.

Voller Vorfreude steigen 55 Schwanenberger morgen in einen Bus, der sie nach Düsseldorf bringt. Dort darf die Evangelischen Kirchengemeinde den Ehrenamtspreis der Evangelischen Kirche im Rheinland entgegennehmen. Ausgezeichnet werden die alljährlichen Theaterprojekte, in denen sich ehemalige Konfirmanden mit anderen Gemeindegliedern engagieren. "Die Gemeinde und ich sind stolz, dass die Arbeit der Gemeinde mit der Auszeichnung wertgeschätzt wird. Und ich finde auch sehr schön, dass das Wort ,Ehrenamt' im Namen des Preises vorkommt, weil das belegt, dass sich alle in ihrer Freizeit für die Theaterprojekte einsetzen", sagt Pfarrer Robin Banerjee, der stets die Regie in den Stücken führt.

Zum vierten Mal verleiht die Evangelische Kirche im Rheinland den Ehrenamtspreis, der mit jeweils 1000 Euro dotiert ist. Mit den Schwanenbergern werden eine Kirchenscheune in Kempenich und eine Feierabendkirche in Wuppertal ausgezeichnet. Die Preisträger kommen am morgen Nachmittag im Landeskirchenamt in Düsseldorf zusammen, stellen ihre Projekte vor und nehmen die Auszeichnung entgegen. Aus Schwanenberg reisen jugendliche Schauspieler an, die an den Stücken in den vergangenen Jahren mitgewirkt haben, das Theaterteam um Robin Banerjee, Presbyter und Zuschauer.

In dieser Kombination hatten die Schwanenberger auch die Jury des Ehrenamtspreises überzeugen können. Nachdem in Düsseldorf eine Vorauswahl getroffen worden war, kamen ein Superintendent und ein Vertreter der Landessynode nach Erkelenz. "44 Personen von uns waren zu diesem Termin da, von Mitspielern bis zu Zuschauern", erinnert sich Robin Banerjee. Zuerst gab es eine Projektpräsentation und danach ein zweistündiges Gespräch. Darin erzählten Beteiligte wie Zuschauer, wie sie die seit dem Jahr 2005 ("Diener zweier Herren") stets ausverkauften Theaterabende erlebten.

"Zu meiner großen Freude und zu meiner Überraschung hatten dabei zwei Seniorinnen gleich zu Beginn einen Text vorgelesen, mit dem sie das Eis brachen", erzählt Banerjee. Darin sagten sie: "Wir hatten den Eindruck, dass das Theaterspiel die Jugendlichen verändert hat, ihr Selbstbewusstsein wurde gestärkt. Jugendliche kehren nach der Konfirmation der Kirche nicht den Rücken. Es bleibt eine Beziehung zur Kirche." Auch diese Nachhaltigkeit dürfte die Jury überzeugt haben. Details zu ihrer Begründung werden die Schwanenberger morgen erfahren.

Von dieser Nachhaltigkeit zehren die Gemeinde und Pfarrer Banerjee, der beispielhaft erzählt: "Zu Weihnachten hatte ich bei den ehemaligen Schauspielern gefragt, ob jemand Lust hat, mir spontan bei der Vorbereitung eines Gottesdienstes zu helfen: Zehn haben mitgemacht, einige haben danach noch gesagt, dass sie auch gerne helfen würden. Es ist schön zu sehen, dass das Theaterprojekt die jungen Menschen an die Gemeindearbeit bindet."

(RP)
Mehr von RP ONLINE