Teilnehmerrekord und kuriose Premieren beim West-Citylauf in Erkelenz

West-Citylauf: Teilnehmerrekord und kuriose Premieren

Deutlich über 1500 Läufer sorgen bei der 21. Auflage des Erkelenzer Citylaufs für eine neue Bestmarke. Erstmals gibt’s eine Panne: Bei der 3,2 Kilometer-Distanz biegt der Strecken-Radfahrer falsch ab — und am Ende fehlen Startnummern.

Eine halbe Stunde vor Beginn des 10-Kilometer-Hauptlaufs muss Streckensprecher Marcel Kuß, Abteilungsleiter Leichtathletik des ausrichtenden TV 1860 Erkelenz, etwas sagen, was er bei den vorangegangenen Auflagen noch nie sagen musste: „Da so viele noch nachgemeldet haben, sind uns sind leider die Startnummern ausgegangen. Weitere Interessenten können daher aber auch ohne starten.“ Rund 20 machen davon Gebrauch. Weil die genaue Zahl aber erst mal nicht feststeht, kann auch die exakte Teilnehmerzahl nicht durchgegeben werden. Fakt ist auf alle Fälle ein neuer Gesamt-Teilnehmerrekord: Deutlich über 1500 Athleten beteiligen sich an dieser 21. Auflage – der bisherige Rekord aus dem Jahr 2014 (1348) ist damit pulverisiert.

Wie vor zwei Jahren ist Maciek Miereczko vom VfB Erftstadt wieder Schnellster über die zehn Kilometer. Der Deutsch-Pole, der 2016 zudem auch noch den Lauf über fünf Kilometer gewann, siegt überlegen in 33:15 Minuten vor Robin Borghans (34:50, OSC Waldniel) und dem schon häufigeren Gewinner Achim Tholen (35:29, DJK Gillrath) — und ist mit seiner Zeit nicht ganz zufrieden: „Eigentlich wollte ich wie 2016 wieder unter 33 Minuten laufen.“

Den Citylauf habe er als Tempo-Dauerlauf für die Vorbereitung auf die Deutschen-Seniorenmeisterschaften Ende Juni in Mönchengladbach angesehen, sagt der 38-Jährige – und verblüfft auf Nachfrage mit seiner Marathon-Bestzeit nicht nur den Fragesteller, sondern auch Citylauf-Cheforganisator Norbert Böbel: „Das war 2006 in Austin, Texas, in 2:14 Stunden.“

Zur Erläuterung: Von Kenianern abgesehen, ist das zumindest erweiterte Weltklasse – und auch Böbel ist daher baff: „2:14 — das ist ja deutsche Olympia-Norm.“ Miereczko grinst: „Das ist aber eben lange her. So schnell bin ich jetzt nicht mehr, habe einen Beruf, Frau und drei Kinder. In der Regel laufe ich sechs Mal die Woche, häufig morgens um 5 Uhr vor der Arbeit.“ Bei den Frauen siegt Ellis Jacobs in 38:34 Minuten vor Nele Reike (41:22, The Old Man CrossFit) und Svenja Jütte (41:29, Team Pirate Juliacum).

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Über fünf Kilometer hat zuvor Alexander Ruhl von den Erka-Runners triumphiert — in 16:46 Minuten vor Justin Schippers (17:14, SC Myhl LA) und Fritz Hamacher (17:52, Triathlon Waldfeucht). Schnellste Frau ist hier Marina Pillich (20:56, Piro-Immobilien) vor Lea-Elisa Kampf (21:18, New Generation Fitness Erkelenz) und Ines Ditters (21:30, SC Myhl LA).

Für den 3,2-Kilometerlauf gibt’s dagegen keine offizielle Siegerliste — aus einem kuriosen Grund: Der vorausfahrende Radfahrer verfährt sich, biegt nicht am Alten Rathaus rechts in die Brückstraße ab (die „normale“ 1,6-Kilometer-Strecke), sondern fährt da geradeaus — das Teilnehmerfeld zerfleddert (siehe Interview im Lokalsport).

Gerührt ist dafür Jochen Alhäuser. Das Citylauf-Urgestein, neben Sebastian Mohrhenn als einziger Läufer bei allen 21 Auflagen über die Hauptdistanz dabei, hat Böbel als Anerkennung dafür die Startnummer 1 gegeben. „Das ist mir auch viel wert“, sagt Alhäuser.

Noch ganz andere Ziele verfolgt Sprinterin (100 und 200 Meter) Alina Kuß, die am Streckenrand Schwesterherz Milena die Daumen drückt und zudem interessiert dem Papa bei dessen Arbeit als Streckensprecher zuschaut: „Mein Traum ist es, einmal bei Olympischen Spielen zu starten — entweder schon 2020 oder sonst aber 2024“, erzählt die 22-Jährige, die für den LC Paderborn startet und in der Bischofsstadt auch studiert. In den nächsten Wochen stehen für sie aber erst mal die Deutschen Junioren-Meisterschaften in Heilbronn und dann die Deutschen Meisterschaften in Nürnberg an.