1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Erkelenz: Tanzende Männer, prächtige Stimmung

Erkelenz : Tanzende Männer, prächtige Stimmung

Die fünfte Auflage der NRW-Meisterschaft für Männerballette war ein echtes Highlight. Als amtierender Meister war das Männerballett der KG "De Japstöck" Kückhoven Gastgeber des riesigen Spektakels. Der Titel ging nach Ostwestfalen.

Da fliegen Männer durch die Luft, da werden waghalsige lebendige Pyramiden gebaut, da kommen sogar Raumschiffe und eine ganze Filmcrew auf die Bühne. Mittendrin ist Partyalarm angesagt. Kaum zu glauben, dass es wirklich um eine echte Meisterschaft geht.

Am Samstag war es aber tatsächlich so. Das Männerballett der Karnevalsgesellschaft "De Japstöck" Kückhoven (Foto) war als amtierender NRW-Meister Gastgeber der fünften Auflage der NRW-Meisterschaften für Männerballette. Vorab: Der Titel ging diesmal nach Ostwestfalen, die KüKaGe freute sich über Platz zwei. Ort des Geschehens: die Stadthalle am Franziskanerplatz. "Du weißt ja, diesen Weg würden wir eigentlich nie gehen", scherzte am Rande Japstöck-Präsident Norbert Müschen. Doch nicht nur ihm war klar, dass die charmante Mehrzweckhalle in Kückhoven schon allein aus Platzgründen niemals ausgereicht hätte, um das Spektakel dort stattfinden zu lassen. Müschen: "Insofern sind wir sehr froh, in der Stadthalle sein zu dürfen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Erkelenz hat da hervorragend funktioniert. Da kann man beruhigt sein, ein Erkelenzer Verein zu sein."

Die Japstöck wussten im Vorfeld überhaupt nicht, was mit der Ausrichtung der NRW-Meisterschaft auf die Gesellschaft zukommen würde. Und das, obwohl man schon wegen der hochdekorierten weiblichen Tanzgarden über viel Erfahrung im Turnierbereich verfügt. So sagte Geschäftsführer Benna Althoff: "Die Ausrichtung ist eine Riesenaufgabe für die KüKaGe." Indes war Anke Winkels, bei den Japstöck für die Koordination der Tanzgarden verantwortlich, begeistert von dem, was in der Stadthalle ablief: "Das hätte ich nicht vermutet, dass das so klasse wird."

Kenner der Szene erkannten auf Anhieb die Unterschiede zu den üblichen Turnieren, wie sie etwa auf Ebene des Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG) oder des (BvdM) stattfinden: Stichwort Jury — die vom BvdM entsandten Juroren saßen nicht etwa unmittelbar an der Bühne, sondern auf der Empore der Stadthalle. Nach den Tänzen erfolgte keine offene Wertung, stattdessen ging sie geschlossen ans Rechenzentrum. Und dann war da eben der Partycharakter ohne Ende, der aus der Meisterschaft ein echtes Happening machte. Kein Wunder, dass die Stadthalle, die nur vorne an der Bühne mit Tischen und Stühlen ausgestattet war, proppenvoll war.

Zu den Tänzen: Die acht angetretenen Männerballette brachten viel Abwechslung nach Erkelenz. Das Themenspektrum reichte vom kölschen Fastelovend bis zur kölschen Weltreise, vom "Circus ,Manege frei'" bis hin zu den "Men in Black", und auch Reisen zu Zielen wie Italien und Ägypten setzten die Männer tänzerisch um. Die Shows lebten von vielen Kostümwechseln und noch mehr Requisiten. Titelverteidiger Kückhoven ging als Vierter mit "Chaos am Filmset" an den Start. Doch die Truppe nach den Kückhovenern ließ erahnen, wie schwer es für die Japstöck werden würde, den 2013 in Hellenthal ertanzten NRW-Titel in Kückhoven zu halten. "Magie des Feuers" lautete das Thema der Prinzengarde der Grafschafter KG Rietberg aus Ostwestfalen. Beide Ballette boten eine starke Leistung, die den Kampf um Platz eins spannend werden ließ. Neben den Kückhovenern war übrigens auch das Männerballett "Seitenspringer" der Karnevalsgesellschaft "Lövenicher Hoppesäck" als Lokalmatador dabei. Mit der "Italienischen Sehnsucht" unternahmen die Männer eine rasante Reise.

Moderiert wurde das Ganze von Thomas Beys, der das Publikum munter mitriss, indem er für lockere Interviews mit den Tänzern sorgte oder auch einfach einen hochoffiziellen Stimmungstest zwischendurch einfließen ließ, als er "Country Roads" anstimmte. Unterm Strich: sensationelle Stimmung, klasse Tänze, tolle Organisation durch die "Japstöck" — die NRW-Meisterschaft war eine sehr feine Sache.

(back)