Erkelenz: Tagebau wird zur Naturlandschaft

Erkelenz: Tagebau wird zur Naturlandschaft

Bei der Rekultivierung des Tagebaus sollen mehr Grünflächen entstehen. 2030 wird das Restloch Garzweiler I aufgefüllt sein.

Grün soll es werden, wenn es nach der Meinung vieler Grevenbroicher und Jüchener geht. Für diejenigen, die sich weniger Landwirtschaft und mehr Grünflächen bei der Rekultivierung des ausgekohlten Tagebaus Garzweiler I erhofft hatten, gibt es jetzt gute Nachrichten. RWE Power hat dessen Abschlussbetriebsplan aktualisiert. Darin wurde erstmals genau festgelegt, wo die Flächen für Artenschutz und Naherholung entstehen sollen. Das Ergebnis: Vom geplanten Jüchener Wäldchen zieht sich ein grünes Band einmal in den ehemaligen Tagebau hinein, dehnt sich zu einer etwa 50 Hektar großen Fläche aus und verbindet sich dann mit dem Elsbachtal. "Insgesamt wird es nach der Rekultivierung drei Prozent mehr Grünflächen geben als vor dem Beginn des Tagebaus", sagt Gero Vinzelberg, Tagebauplaner bei RWE Power.

Mit der Arbeit an diesen Bereichen soll schon in näherer Zukunft begonnen werden - während die großen Schaufelradbagger im Tagebaubereich Garzweiler II weiter in Erkelenzer Stadtgebiet vordringen, um Braunkohle abzubauen. Nach der spektakulären Reise eines neuen Absetzers in den Tagebau (wie berichtet), hat dieser seine Arbeit im Norden aufgenommen. Parallel füllt ein weiterer Absetzer im Nordosten das Restloch auf. "Der Bereich südlich von Jüchen wird von Norden nach Süden verkippt", erklärt Vinzelberg. Das bedeutet, dass die Veränderungen als erstes an der Grevenbroicher und Jüchener Stadtgrenze zu sehen sein werden. An letzterer soll bereits "in wenigen Jahren" mit der Aufforstung des neuen Jüchener Wäldchens begonnen werden. Temporär wird durch dieses ein Gewässer fließen, das in südlicher Richtung zu den weiteren Grünflächen führt. "Dort werden ökologische Maßnahmen durchgeführt, die seltenen Arten einen neuen Lebensraum bieten", sagt Vinzelberg. Gemeint sind damit zum Beispiel Tiere der offenen Feldflur wie die Feldlerche und oder das Rebhuhn. Eine "parkähnliche Naturlandschaft" entsteht - "ein Mosaik aus Offenland- und Halboffenlandstrukturen mit artenreichen Wiesen, Brachen sowie kleinen Gebüsch- und Gehölzgruppen", sagt Vinzelberg.

Die Fläche wird frei zugänglich sein. Wer dort hin möchte, muss allerdings ein paar Meter Fußweg einplanen. Man erreicht den Bereich voraussichtlich nur über das Elsbachtal oder das Jüchener Wäldchen. "Es ist eine naturnahe und sanfte touristische Nutzung vorstellbar", sagt Vinzelberg.

Rundherum wird es auch landwirtschaftliche Flächen geben - diese waren dort vor dem Beginn des Braunkohlenabbaus vorwiegend zu finden. "Der Braunkohleplan der Bezirksregierung Köln sieht vor, dass die vormaligen Flächenverhältnisse wieder hergestellt werden", sagt Vinzelberg. Mit einem Plus von drei Prozent für Grünflächen weiche man von dieser Vorgabe mit dem aktualisierten Abschlussbetriebsplan schon leicht ab. "Der Plan befindet sich derzeit im Zulassungsverfahren durch die Bezirksregierung Arnsberg, welche auch die betroffenen Kommunen beteiligt hat", erklärt Vinzelberg.

Bis der Plan zugelassen ist, füllen die Absetzer weiterhin sukzessive das Restloch auf.

(kron)