Erkelenz: Tagebau-Umsiedler platzieren ihre Orte

Erkelenz : Tagebau-Umsiedler platzieren ihre Orte

Streitpunkte waren zuvor in vielen Gesprächen ausgeräumt worden: In einer sehr gut besuchten Veranstaltung einigten sich die Umsiedler aus Keyenberg und den Nachbarorten, wie die alten Orte auf ihren neuen Standort verteilt werden.

Eine sehr arbeitsreiche, aufwändige, manches Mal von heftigen Debatten und Missverständnissen geprägte Diskussion war von den Umsiedlern in den vergangenen Monaten geführt worden, um die am Montagabend zu treffende Entscheidung vorzubereiten. Nachdem feststand, dass der Umsiedlungsstandort für Berverath, Keyenberg, Kuckum sowie Ober- und Unterwestrich zwischen Borschemich (neu) und Rath-Anhoven entstehen wird, war zu klären, wie sich die bisherigen fünf Orte auf das 56,7 Hektar große Areal verteilen.

Bürgerbeirat, Bürger, Stadtplaner und Stadtverwaltung, Vereine und Institutionen hatten in den vergangenen Monaten mehrere Varianten diskutiert, wie die Fläche aufgeteilt werden könnte. Am Montag wurden die zuvor teils nicht öffentlich geführten Diskussionen in einer weiteren Forum-Veranstaltung zur Umsiedlung, der inzwischen zehnten, zusammengeführt. Zur Wahl stand an deren Ende jene Ansiedlungsvariante, von welcher der Bürgerbeirat und die Stadtplaner zuvor geglaubt hatten, dass sie die meisten Wünsche der Umsiedler beinhaltet. Mit 242 Zustimmungen und 27 Ablehnungen fiel der Entschluss schließlich tatsächlich für die sogenannte Konsensvariante aus - mit dieser Klarheit hatte zu Beginn des Abends in der Keyenberger Mehrzweckhalle wohl kaum jemand gerechnet. Wäre diese Variante abgelehnt worden, hätte der Planungsprozess für die Verteilung der Orte wohl neu begonnen werden müssen.

Zur Bundesstraße 57 zwischen Erkelenz und Rath-Anhoven orientiert sich Keyenberg, nach Mennekrath wird Kuckum ausgerichtet. Dazwischen werden Westrich und Berverath platziert. Die Sportplätze von Keyenberg und Kuckum bekommen ihren gemeinsamen Platz südöstlich von Kuckum und damit in einem Dreieck zwischen Kuckum, Mennekrath und Borschemich (neu). Dort sollen ferner die Freiwillige Feuerwehr und der Kuckumer Festplatz angelegt werden. Eine Grünanlage mit einem Gewässer, einer Kirche, einer Mehrzweckhalle sowie dem Keyenberger Festplatz wird zwischen Berverath, Westrich und Keyenberg entstehen - ähnlich wie es die Grobplanung im vergangenen Jahr schon vorgesehen hatte, ohne dass damals schon festgelegt war, welcher alte Ort sich am künftigen Standort wiederfinden würde.

Die Vorteile der Konsensvariante zählte der Stadtplaner Ulrich Wildschütz vor der Entscheidung noch einmal auf: "Die Orte sind kompakt angeordnet. Sie besitzen klare Ortseingänge. Die Mehrzweckhalle liegt zentral für alle. Kuckum hat einen Sport- und Festplatz. Zwei Sportplätze nebeneinander ergeben Synergieeffekte. Viele Wünsche der Bürgerschaft und der Vereine sind integriert - diese Variante erfüllt darüber hinaus alle städtebaulichen Wünsche." Aus Sicht der Stadtplaner, die den Umsiedlungsprozess von Beginn an begleiten, sollten alle Umsiedler hinter dieser Ortsplatzierung stehen können.

Als wenig später der Beschluss von 242 Zustimmungen zu 27 Ablehnungen verkündet wurde, war Stadtplaner Professor Rolf Westerheide von der "überwältigenden Mehrheit" wiederum selbst überwältigt. "Das gibt uns die nötige Klarheit und Sicherheit", sagte Westerheide und kündigte an: "Hierauf werden wir schon bald in vier Ortskonferenzen aufbauen, in denen wir mit den Bürgern an die detaillierte Ausgestaltung ihrer jeweiligen Siedlungsgebiete gehen wollen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Streit um vorzeitiges Aus für Tagebau

(RP)
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