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Tagebau Garzweiler: Aktivisten besetzen Bagger

Polizeieinsatz am Morgen : Aktivisten besetzen Bagger im Tagebau Garzweiler

Aktivisten sind am frühen Freitagmorgen auf das Gelände des Tagebaus Garzweiler vorgedrungen. Die Polizei bestätigte die Aktion. Rund 80 Personen halten sich demnach auf dem Gelände auf.

Nach Angaben einer Sprecherin des Anti-Kohle-Bündnisses „Einsatz Kohlestopp“ wollen sie damit einerseits den Kohlestopp erreichen und gleichzeitig ein Zeichen gegen das geplante Kohlegesetz der Bundesregierung setzen. Die Polizei bestätigte die Aktion am Freitagmorgen und wollte später mehr Details bekannt geben. Der Einsatz dauert aktuell noch an.

Laut „Einsatz Kohlestopp“ besetzen rund 80 Menschen - etwa auch vom Bündnis „Ende Gelände“ - seit dem Morgengrauen an acht Blockadepunkten Bagger und Förderbänder im Tagebau. Der Betrieb stehe derzeit still. Die Aktion sei Teil einer Woche des Widerstands.

Wie ein Sprecher von RWE Power erklärte, wurden fünf Braunkohlebagger und ein Absetzer besetzt. Die Aktivisten, die gegen 1.30 Uhr, in den Tagebau eingedrungen seien, befänden sich zum Teil in großer Höhe, etwa auf Pylonen und Ballastauslegern. Einer habe sich in einer Art Hängematte abgeseilt. Die Großgeräte seien sofort abgeschaltet worden, ebenso die Transportbänder für Kohle und Abraum.

Das Rheinische Braunkohlerevier ist immer wieder Schauplatz von Protest-Aktionen. Bereits in der Vergangenheit drangen mehrmals Aktivisten in das Gelände ein. Im November 2019 etwa besetzten Greenpeace-Aktivisten einen Braunkohle-Bagger. Im Juni zuvor sorgte „Ende Gelände“ mit Blockaden für einen Großeinsatz der Polizei.

Auch am Hambacher Forst gab es bereits in dieser Woche einen größeren Polizeieinsatz. Es ging dabei nicht um die Räumung von Baumhäusern, sondern von Barrikaden, die die Einsatzwege versperrten, wie zuvor ein Polizeisprecher bestätigte. Waldbesetzer hatten teilweise bis zu 15 Meter hohe Strukturen aus Baumstämmen mit Plattformen auf den Waldwegen errichtet. Dies könne die Polizei nicht hinnehmen, da die Wege für Rettungsfahrzeuge frei bleiben müssten. Zwei Frauen kamen den mehrfachen ausgesprochenen Platzverweisen nicht nach. Sie wurden in Gewahrsam genommen. Eine der beiden leistete versuchte, einen Polizisten zu beißen. Der Beamte blieb unverletzt. Sie erwartet nun ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Auf dem Weg zur Wache verunreinigten beide zudem das Polizeifahrzeug. Wie eine Polizeisprecherin sagte, gehen die Beamten davon aus, dass es Exkremente waren.

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(dtm/dpa/wilp)