Erkelenz: Tafel für Tiere eröffnet

Erkelenz : Tafel für Tiere eröffnet

Für bedürftige Menschen hat die Einrichtung der Tafel im Erkelenzer Land schon viel Gutes getan. Die Regionale Tierhilfe will Ähnliches für die Besitzer von Haustieren leisten. Was noch fehlt, ist ein Raum.

Es gibt Anrufe, da blutet Elke Petry-Bohn das Herz: Eine ältere Frau, die am Telefon weinend erzählt, dass sie von ihrer kleinen Rente das Futter für ihre beiden Katzen und den zehn Jahre alten Hund kaum mehr bezahlen kann. "Diesen Menschen und den Tieren muss man doch helfen", sagt Elke Petry-Bohn, Vorsitzende des Erkelenzer Vereins HSP-Hundelobby und seit fünf Jahren Betreiberin eines Hundespielplatzes in Klinkum. Denn dass sich die Tierbesitzer aus Geldmangel von ihren Liebsten trennen müssen, das soll und darf nicht sein, findet sie. Seit Monaten schon ist der Verein aktiv, um Futter- und Sachspenden zu sammeln und sie bei den bedürftigen Tierbesitzern abzugeben. Jetzt sei es an der Zeit, eigene Ausgabestellen einzurichten, ähnlich wie es die Tafeln machen.

Stand auf dem Burgparkplatz

"In Erkelenz suchen wir noch einen Raum. Auch die Nutzung einer Garage würde uns schon weiterhelfen", sagt Elke Petry-Bohn, die mit der Ausgabe bis dahin aber nicht warten will. Am Samstag war sie zusammen mit einigen Helfern zum ersten Mal mit einem Stand auf dem Burgparkplatz. Dort will der Verein nun jeden Montag um 14 Uhr (außer Rosenmontag) eine Anlaufstelle sein. In Wegberg können die Tierfreunde jeden Samstag um 10 Uhr die Cafeteria des Mütterzentrums an der Beecker Straße nutzen. Ein solches Entgegenkommen erleichtert der Regionalen Tierhilfe, wie der Verein sein Projekt nennt, den Start. "Auch die Tafel und die Arge unterstützen uns, indem sie unsere Flyer auslegen", sagt Elke Petry-Bohn.

Futterspenden zu sammeln und mittels Verteiler (sechs Fahrer engagieren sich inzwischen) an die Tiere und ihre Besitzer zu bringen, ist das eine – und da ist der Verein nach wie vor auf Hilfe angewiesen. Doch die Unterstützung geht darüber hinaus. "Wir sind als ehrenamtliche Projekthelfer Ansprechpartner für Fragen und Probleme mit den Tieren", sagt Elke Petry-Bohn. "Unsere Motivation ist es, nicht erst zu warten, bis ein Tier im Tierheim landet, sondern vorher helfend einzugreifen." Außerdem möchte sie für das Thema sensibilisieren: "Gerade für ältere Menschen sind Hund, Katze oder auch ein anderes Tier oft der einzige Lebensinhalt. Für diese Menschen bricht eine Welt zusammen, wenn sie sich wegen einer Notsituation von ihren Tieren trennen müssen."

Unter den Telefonnummern Tel. 02431 946844 für den Raum Erkelenz und Tel. 02434 3947 für den Raum Wegberg ist die Regionale Tierhilfe bei Fragen und Problemen täglich erreichbar. Weitere Informationen über den Verein und das Projekt gibt es im Internet.

www.hsp-tierhilfe.de

(RP)
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