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Erkelenz: Sympathische Borussen-Dauerbrenner

Erkelenz : Sympathische Borussen-Dauerbrenner

Filip Daems und Roel Brouwers, die beiden dienstältesten Profis Borussia Mönchengladbachs, zeigten sich am Sonntag gut drei Stunden lang auf der Weihnachtsfeier des Gerderhahner Fanclubs "Rauten-Power" als allürenfreie Profifußballer.

Es gibt für einen Profifußballer Borussia Mönchengladbachs gewiss schlechtere Momente, die Weihnachtsfeier eines Fanclubs zu besuchen, als nach sechs Siegen in Folge. Und es gibt umgekehrt für einen Fanclub zu diesem Anlass sicher weit weniger ergiebige Gäste, als es am Sonntag gut drei Stunden lang Filip Daems und Roel Brouwers in der "Marktschänke" für den Gerderhahner Fanclub "Rauten-Power" waren.

In der Wirtschaft spricht man bei einem Deal, bei dem beide Seiten nur profitieren, gerne von einer "Win-Win-Situation". Und genau eine solche war's am Sonntag eben auch in der Marktschänke: Aus Sicht von Daems und Brouwers nicht zuletzt auch, weil sie nach dem obligatorischen Sonntag-Auslaufen einen extrem kurzen Anfahrtsweg vom Borussia-Park nach Schwanenberg hatten — einige ihrer Mitspieler fuhren am Sonntag dafür bis zu 300 Kilometer. Und aus Sicht der "Rauten-Power" eben auch, weil sie nicht etwa schnöselige Jungprofis, sondern die beiden dienstältesten Borussen zu Gast hatten, die ordentlich was zu erzählen hatten — und das ebenso bereitwillig wie aufgeräumt und humorvoll auch taten. So beim Frage- und Antwortspiel mit Rauten-Power-Chef Ralf Wilms. Der fragte dabei auch nach ihrem jeweils ersten Pflichtspieleinsatz für die Borussia. "Bei mir war's im Januar 2005 ein 1:1 in Dortmund. Seitdem haben wir da ja nicht mehr viel geholt", sagte Daems (35) schmunzelnd. "Meinen Einstand hatte ich im August 2007 mit dem 1:0 im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück. Ich kann mich noch gut erinnern, dass das ein hartes Stück Arbeit war. Und das Tor hat Marko Marin gemacht", war auch Brouwers (32) auf Zack.

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Generell zeigten sich die beiden Profis aufrichtig interessiert am Fanclub-Geschehen, fragten wiederholt nach. "Wir zwei haben schon Weihnachtsfeiern von Fanclubs besucht, da hatten wir zu diesem Zeitpunkt erst neun Punkte geholt. Und noch im letzten Jahr mussten wir andauernd erklären, warum wir nicht mal zwei Spiele hintereinander gewinnen können. Jetzt haben wir sechs Siege in Folge geholt — da macht so ein Besuch natürlich noch weit mehr Spaß", erklärte Capitano Daems.

Vor dem Essen hatte der die Ehre, ein riesiges Borussiabrot in Rautenform anzuschneiden. "Wow, wer hat denn das gebacken? Da ist aber einer früh für aufgestanden", mutmaßte Brouwers, während Daems beim Anschneiden bewies, dass er nicht nur ein Linksfuß ist. "Ich mache eben alles mit links", erläuterte der Kapitän seine Handtechnik.

Danach war auch die WM in Brasilien ein Thema. "Als Belgier halte ich natürlich erst mal mit Belgien. Wenn wir ausscheiden, bin ich für Deutschland", sagte Daems. "Wie, nicht für die Niederlande?", entgegnete in gespielter Entrüstung der Holländer Brouwers. "Die kommen für mich ganz am Ende", konterte Daems den Kollegen grinsend.

Fazit: Jeff Strasser hat würdige Erben bekommen. Denn 2005 war der Luxemburger als bislang einziger Borussenprofi bei der "Rauten-Power" zu Gast — und sammelte mit seiner sympathisch-allürenfreien Art ebenso viele Pluspunkte wie nun Daems und Brouwers.

(emo)