Kreis Heinsberg: "Strukturreform war nötig"

Kreis Heinsberg: "Strukturreform war nötig"

Vor Vertretern aus Politik und Verwaltung zog Regionaldekan Winfried Müller in Ratheim ein erstes Resümee der zum Jahreswechsel vollzogenen Pfarrfusionen. "Durch sie können sich Pfarrer auf die Pastorale konzentrieren."

Zum Jahreswechsel haben bistumsweit – und damit auch im Kreis Heinsberg – viele Pfarren fusioniert. Bis auf Wegberg war das auch im Erkelenzer Land der Fall. Ein erstes Resümee zog Winfried Müller, Regionaldekan der Region Heinsberg, bei einem Informationsgespräch mit Vertretern aus Politik und Verwaltung im Ratheimer Pfarrheim: "Die Strukturreform ist ein Arbeitsinstrument für Pfarrer, um vernünftig arbeiten und sich auf die Pastorale konzentrieren zu können."

Erst recht angesichts der Prognosen, dass bereits im Jahr 2022 vermutlich nur noch zwei Priester für eine Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) zur Verfügung stehen werden.

Pfarrbüros bleiben bestehen

Die Aufregung über die Fusionen hätte sich vielerorts mittlerweile gelegt. Als Beispiel nannte Müller Übach-Palenberg, wo die bislang sechs Pfarreien des Stadtgebiets zur neuen Pfarrei St. Petrus verschmolzen sind. "Da wird heute schon sehr friedlich zusammengearbeitet, ohne dass die einzelnen Gemeinden ihre Identität aufgeben mussten.

Wichtig ist daher auch, dass die Pfarrbüros vor Ort bestehen bleiben." Eine derartige Komplett-Fusion hat es auch in Wassenberg gegeben, wo sich die sieben Pfarreien des Stadtgebiets zur neuen Pfarre St. Marien zusammengeschlossen haben. In Wegberg wird dies zum 1. Januar 2013 passieren.

In Erkelenz haben 16 Pfarreien zu den beiden Pfarreien St. Lambertus und St. Maria und Elisabeth fusioniert, während es in Hückelhoven nur eine "Mini-Fusion" zwischen den beiden Stadtpfarren St. Lambertus und St. Barbara gegeben hat. "Nur noch eine Pfarre auf Verwaltungsebene wäre aber auch bei uns wünschenswert", merkte Norbert Reyans an, Hückelhovens Pastoralreferent mit GdG-Auftrag.

Weil nicht mehr an jedem Ort jeder Gottesdienst angeboten werden könne, müsse sich die GdG zudem vermehrt um die Organisation von Fahrdiensten zu Gottesdiensten kümmern. "Das ist eine Aufgabe, der wir uns widmen müssen." Weitere Schwerpunkte nannten danach Gabriele Eichelmann, Ingrid Beschorner und Ralf Zanders, Mitarbeiter des in Mönchengladbach beheimateten gemeinsamen Büros der Regionaldekane der Regionen Mönchengladbach und Heinsberg.

Ein großes Projekt ist dabei der "Zug der Erinnerung", der im Mai 2011, voraussichtlich vom 23. bis 25. Mai, Station in Heinsberg machen soll. Der besteht aus einer Dampflok und zwei Waggons und dokumentiert die Schicksale deportierter Kinder während des Dritten Reichs (die RP berichtete). Zanders erläuterte, dass die Kosten von 12 000 Euro gedrittelt werden sollen: Je 4000 Euro vom gleichnamigen Verein, aus öffentlicher Hand sowie den Organisatoren vor Ort.

(RP)