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Serie Mit Liebe Gemacht: Stricken als größtes Hobby für die Seele

Serie Mit Liebe Gemacht : Stricken als größtes Hobby für die Seele

Schon mehr als ihr halbes Leben begleitet Claudia Vestring die Handarbeit. In ihrem vielfältig aufgestellten Sortiment finden sich unter anderem Schals, Mützen und ausgefallene Deko-Artikel.

Erkelenz Begonnen hat Claudia Vestrings Leidenschaft schon in ihrer Schulzeit - heute strickt und häkelt sie, was das Zeug hält. In ihrem Wohnzimmer sind kleine und große Unikate zu sehen, sie selbst trägt einen bunten, selbst gestrickten Poncho.

"Damals in der Schule hatte ich noch das Fach Textiles Gestalten. Meine ersten Strickversuche waren aber eher bescheiden", erzählt die 44-Jährige und lacht. Hilfe bekommen hat sie dann von ihrer Familie. Ihre Tante, ebenfalls handarbeitsbegeistert, zeigte ihr ein paar Kniffe und so strickte Vestring immer weiter. Mit 15 Jahren trug sie bereits selbstgestrickte Pullover.

Seitdem hat die Handarbeit sie begleitet. Mal mehr, mal weniger, erklärt sie. "Während meiner Ausbildung zur Industriekauffrau habe ich beispielsweise weniger Zeit zum Stricken gehabt". Dennoch war die Handarbeit immer eine Konstante in ihrem Leben.

Auch Freunde, Familie und Bekannte zeigten sich schnell begeistert von ihren Werken. "Oft wurde ich nach den Sachen gefragt und hab sie auch gerne verschenkt", so Vestring. Und die Sachen kamen gut an. Daher entschied Claudia Vestring sich dazu, ein Gewerbe anzumelden. So kann sie ihre Pullis, Mützen und Co nicht nur verkaufen, sie kann auch Wolle direkt vom Hersteller beziehen und so an Materialkosten sparen. Sie selbst sieht das Handarbeiten aber eher als "Hobby, das sich selber trägt" an und betreibt es neben ihrem Beruf als Verwaltungsangestellte im Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus.

Neben dem gewohnten Strick-Sortiment - bestehend aus Mützen, Schals, Socken und mehr - traut sich Claudia Vestring auch gerne an ausgefallene Dinge heran. Eins davon ist das "Nutella-Aquarium". Der Boden des Nutella-Glases ist mit Sand bedeckt, am Deckel hat Vestring eine Schnur befestigt, an deren Ende ein kleiner gehäkelter Fisch baumelt. Eine Häkel-Alge leistet dem kleinen Fisch Gesellschaft. Das "pflegeleichte Haustier" verkauft sie gerne auf Märkten - dafür wird dann gerne der Nutella-Konsum angekurbelt.

Auf verschiedenen Märkten verbringt Claudia Vestring gern viel Zeit. Die Gespräche mit Gleichgesinnten seien sehr interessant. Fest in den Jahresplan integriert sind ein Markt in der Ratheimer Realschule und ein Markt in einer internationalen Schule in Brunssum. Ganz besonders ist aber der private Markt, den sie in Granterath veranstaltet. Dort können Familie, Freunde und Bekannte das ganze Sortiment bestaunen. Auch auf Messen geht Vestring gerne. Im März besuchte sie die internationalen Handarbeits- und Hobby-Messe in Köln. "Bei dem ganzen neuen Material, was da zu sehen ist, würde ich am liebsten mein ganzes Haus mit Garn füllen", sagt Vestring augenzwinkernd.

Die Verbreitung ihrer Handarbeits-Tätigkeit passiere vor allem über Mundpropaganda. "Freunde und Familienmitglieder erzählen dann Freunden von mir, oder in der Yoga-Gruppe wird es auch wieder weitergegeben. So zieht das dann seine Kreise."

Auf ihrer Website www.homemade-erkelenz.de stellt sie regelmäßig Fotos von ihren Unikaten ein. Dort können sie Kunden anschreiben. Einen Online-Shop möchte sie jedoch nicht einrichten - dass sei in einem Ein-Mann-Gewerbe schwierig zu stemmen. "Außerdem mache ich das ja vor allem als Hobby und für die Seele", so Claudia Vestring.

Ein anderes Argument gegen einen Online-Shop ist, dass so das Persönliche verloren geht. Vestring übergibt auch gerne das Endergebnis, wenn möglich, persönlich. "Es ist auch wirklich schön zu sehen, wenn der Kunde sich freut". Die Wertschätzung für die Zeit und Mühe, die in die Artikel miteinfließen, bedeutet das Vestring viel.

(RP)