Erkelenz: Stippvisite in Neu-Immerath

Erkelenz : Stippvisite in Neu-Immerath

Anne Goeres und Frank Eßer haben als erste Umsiedler mit dem Hausbau am neuen Standort begonnen. Viele Immerather haben die Baustelle schon besichtigt, um sich Anregungen zu holen. Auch die RP schaute vorbei.

Der Wind bläst heftig um das neue Haus von Anne Goeres und Frank Eßer. Frei und ungeschützt steht es auf dem ehemaligen Feld bei Kückhoven, das Stück für Stück zu Neu-Immerath wird. Die jungen Bauherren hoffen, dass sich der Wind legt, wenn erst einmal mehr Häuser gebaut sind. Anne Goeres und Frank Eßer sind die ersten, die sich mit RWE Power einig wurden und mit dem Bau ihres neuen Zuhauses begonnen haben. Im März war der erste Spatenstich, inzwischen sieht das 240 Quadratmeter große Haus am künftigen Ortsrand so aus, als könnte das Paar in wenigen Wochen einziehen.

Sonntags Völkerwanderung

Dass sie die ersten Umsiedler sind, macht die Anwaltsgehilfin und den Bauunternehmer zum Dorfgespräch. "Natürlich wird man laufend angesprochen", sagt Anne Goeres. Frank Eßer erzählt: "Viele Immerather wissen besser in unserem neuen Haus Bescheid als ich." Denn an manchem Sonntag sei es auf der Baustelle wie bei einer Völkerwanderung: Nachbarn, Freunde, Bekannte kommen, um sich Anregungen zu holen — für den eigenen Hausbau, manchmal aber auch für die Entschädigungsverhandlungen mit RWE Power. Dafür aber, meinen die jungen Umsiedler, gibt es keine Patentrezepte: "Jeder hat ja eine ganz andere Grundlage." Die von Anne Goeres und Frank Eßer hat ihnen den Weg möglicherweise leichter gemacht: Weil sie in Immerath erst vor drei Jahren gebaut hatten, war der Wert gut zu ermitteln.

Die Stimmung ihrer Immerather Mitbürger empfinden sie als gemischt: "Die meisten wissen noch nicht, woran sie sind", sagt Goeres. Trotz der zu beobachtenden Verbitterung bei manchen Umsiedlern ist sich Eßer sicher: "Einige freuen sich schon auf Neu-Immerath." Dazu trage nicht zuletzt die Aussicht aufs neue Haus bei. Auch Anne Goeres und Frank Eßer erfüllen sich mit ihrem Träume, vom Sternenhimmel im Treppenhaus bis zum Pool auf der Terrasse.

Wie das Dorf, wenn alle umgesiedelt sind, aussehen könnte, dazu fehlt den beiden noch die Fantasie. "Wir werden schon wieder zusammenwachsen", sagt Eßer. Manche Wege werden in Neu-Immerath für das Paar kürzer: Eltern und Freunde werden künftig in der Nachbarschaft wohnen, auch nach Kückhoven haben Anne Goeres und Frank Eßer Kontakte geknüpft. Die Umsiedler aus Pesch wohnen in direkter Nachbarschaft, nur ein Feld trennt die Häuser.

Und die Pescher merken bereits , dass die ersten Umsiedler aus Immerath da sind, sagt Eßer: "Bei ihnen hat der Wind schon abgenommen." Ein Bild, das sich auch symbolisch deuten lässt.

(RP)
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