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Stefanie Rahn aus Erkelenz bietet Pilates-Übungen für die Mittagspause

Live-Übertragung hilft bei der Muskelentspannung : Pilates-Übungen für die Mittagspause

Das digitale Übungsprogramm von Stefanie Rahn aus Erkelenz macht nicht nur Mitarbeiter der Firma ene’t fit.

Stefanie Rahn ist wegen der Coronakrise in der misslichen Lage vieler Kleinstunternehmer. Sie musste ihren Betrieb für die Öffentlichkeit schließen. In ihrem Pilates-Studio pilates lessons im Gewerbe- und Industriepark Commerden herrscht erzwungenermaßen gähnende Leere. Die Kursteilnehmer ihres angebotenen gesundheitsfördernden Programms müssen fernbleiben. Zwangsläufig bleiben die Einnahmen aus, die erforderlich sind, um Mitarbeiter, Miete und mehr bezahlen zu können; vom eigenen Verdienst ganz zu schweigen. Doch lässt sich die diplomierte Tänzerin, Pilates-Dozentin und Studiobetreiberin nicht unterkriegen. „Es geht immer weiter“, sagt die durchtrainierte Frau Mitte 40 zuversichtlich. Sie hat schon zu viel in ihrem Berufsleben durchgemacht, um zu resignieren, und sie lebt mit der Erfahrung, dass es aus jeder Krise einen Ausweg gibt.

„Wenn die Teilnehmer nicht zu mir kommen, komme ich zu den Teilnehmer“, sagt sie pragmatisch und hat begonnen, alle Pilates-Übungen, die mit geringem Materialaufwand oder ohne Hilfsmittel absolviert werden können, mit einer Filmkamera aufzuzeichnen. Diese Videos bietet sie ihren Kursteilnehmern im Internet an. „Mit einer erstaunlichen Resonanz“, wie Steffi Rahn erfreut feststellt. Zu denjenigen, die das Online-Angebot sofort mitbekommen haben, gehört Helga Kockerols-Eßer. „Ich trainiere schon seit einigen Jahren bei Steffi“, sagt die Leiterin Personal und Finanzen der ene’t GmbH in Hückelhoven. Irgendwann kam den beiden Frauen die Idee, aus der Not eine Tugend zu machen. „Die ene’t GmbH ist auch schon seit einigen Jahren aktiv im Bereich der betriebliche Gesundheitsförderung“, erläutert Helga Kockerols-Eßer. „Wir haben Kooperationen mit Sportstudios, die im Rehabereich tätig sind, und rund 20 Kollegen nutzen dieses Angebot regelmäßig. Jetzt sind natürlich auch alle Studios geschlossen.“

Doch ohne Sport geht‘s nicht, das gibt’s nicht bei Stefanie Rahn. Nachdem sie erfuhr, dass von den 100 Mitarbeitern des Unternehmens seit über zwei Wochen 70 Prozent im Homeoffice tätig sind, galt auch hier: „Wenn der Teilnehmer nicht zu mir kommt, komme ich zu ihm!“ Und zwar täglich in der Mittagspause. „Als Systemhaus in der Energiewirtschaft ist die Digitalisierung unser tägliches Brot. Und in diesen merkwürdigen Zeiten geben wir uns große Mühe, mit den Kollegen, die freiwillig – oder auch nicht – in Quarantäne sind, im Austausch zu bleiben“, sagt Helga Kockerols-Eßer und verknüpft kurzerhand das digitale Angebot der Pilates-Trainerin mit dem Gesundheitsbestreben ihres Unternehmens.

„Nachdem Steffi ihr Onlineangebot rausgebracht hat, hatten wir bei einem Gespräch gemeinsam ziemlich schnell die Idee, dass wir mit unseren technischen Möglichkeiten ganz einfach ein solches Angebot für alle Kollegen machen können.“ Die Idee wurde schnell in die Praxis umgesetzt. Vor laufender Kamera zeigt Stefanie Rahn jeweils von 12.15 bis 12.30 Uhr Übungen zur Lockerung, Entspannung, Rückenstärkung oder zur Dehnung.

Live werden diese Übungen auf die Rechner der im Homeoffice tätigen ene’t-Mitarbeiter übertragen. „Wir sind am Donnerstag gestartet, da haben knapp 30 Kollegen teilgenommen. Am Freitag waren es dann 36, weil sich rund gesprochen hat, dass die Aktion Spaß macht. Und wir bekommen jede Menge positive Rückmeldungen. Das ist für uns das Zeichen, dass wir mit dem Angebot genau richtig sind“, sagt Helga Kockerols-Eßer und zitiert aus E-Mails von Mitarbeitern: „Echt klasse.“ „Was eine tolle Idee“ und „Vielen Dank an alle, ....“

„Echt klasse“, findet auch Stefanie Rahn das Projekt. Sie hofft darauf, dass es Nachahmer findet. „Vielleicht sind ja auch andere Unternehmen an dieser digitalen Art des Trainings interessiert.“ Sie selbst hat weitere Übungseinheiten inzwischen auf abrufbaren Videos aufgezeichnet und will jetzt auch Direkt­übertragungen anbieten. „Irgendwie muss es ja weitergehen.“ Die Hände in den Schoß zu legen und abzuwarten, was passiert, ist nicht Stefanies Rahns Ding. Sie ist überzeugt, mit ihrem Pilates-Studio durch diese schwierige Zeit zu kommen; dank ihre treuen Kunden und dank derartiger Projekte wie dieses mit der ene’t-GmbH.

Lokale Hilfsangebote finden Sie auch unter www.rp-gemeinsamstark.de