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Erkelenz: Staunen, lachen, mitfiebern

Erkelenz : Staunen, lachen, mitfiebern

Der Russische Staatszirkus begeisterte gestern bei seiner Premierenvorstellung. Das Programm ist eine tolle Abwechslung zwischen waghalsigen Artisten, unglaublichen Zauber-Elementen und spaßigen Clown-Einlagen.

Frenetischer Applaus schallt durch das riesige Zirkuszelt und die Leute springen begeistert von ihren Sitzen. Gerade sind die vier jungen Motorradfahrer der „Todeskugel“ heil entronnen und haben damit einer atemberaubenden Vorstellung, die dem Publikum von Auftritt zu Auftritt mehr und mehr das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Dass diese überhaupt über die Bühne ging haben Zuschauer und Artisten den vielen Aufbauhelfern zu verdanken. Denn die haben bis zur buchstäblich letzten Sekunde pausenlos geschuftet. Sogar als vorne schon die ersten Leute ins Vorzelt gehen, werden rund um die Manege die letzten Stühle bereit gestellt. Von der ganzen Hektik drumherum ist dann aber in der Manege überhaupt nichts zu spüren. Von der ersten Sekunde an nehmen die Akteure das Publikum auf eine faszinierende Reise in die Welt des Zirkus mit.

Oleg Popov live in der Manege

Und dann ist er da – der Mann auf den jeder im Zelt gewartet hatte: Ein Clown mit karierter Mütze, gelber Perücke und dicker roter Nase. unverkennbar: Begleitet von dickem Szenen-Applaus und der Musik „My Way“ betritt Oleg Popov die Manege. Gleich zu Beginn fängt er mit einem simplen Trick das Licht ein und strahlt über das ganze Gesicht. Fünfmal zeigt er sich dem Publikum, präsentiert immer wieder kleine humoristische Einlagen. Dabei kämpft er mit einem Hund, der die Salami klaut, weint bittere Tränen, die bis in die vorderen Reihen spritzen oder klaut dem Harlekin die Jonglage-Bälle.

Aber auch sonst kommt der Besucher aus dem Staunen nicht mehr heraus: Schneller als jedes Auge ist zum Beispiel der Magier, der mit seiner bezaubernden Assistentin innerhalb von Sekundenbruchteilen das Bett tauscht. Genauso die fliegenden Männer der Vitali Kozlov-Gruppe am Reck-Quadrat. Einfach nur ratlose Blicke ernten Akrobat Rodion, der sich doch tatsächlich mit seinem ganzen Körper in eine kleine Kiste packt, und die beiden „Kopf-auf-Kopf“-Artisten.

Wenn dann aber die vier tollkühnen Motorrad-Fahrer in ihre „Todeskugel“ düsen, dann kann das Auge schon mal die Orientierung verlieren und dem Besucher ein wenig schwindelig werden. Es grenzt an ein Wunder, dass sich die vier bei diesem Tempo überhaupt neben- und durcheinanderfahren können.

Noch gibt es die Gelegenheit, diesen Weltklasse-Zirkus vor der Haustür zu erleben: Heute sind die Vorstellungen ausverkauft. Karten gibt es h für morgen (15 und 19.30 Uhr) und Sonntag (11 Uhr und 14:30 Uhr). Die Zirkuskasse hat täglich ab 10 Uhr geöffnet.

(RP)