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Städtischer Musikverein Erkelenz: Hörgenuss mit Weihnachtsnote

Adventskonzert in Erkelenz : Hörgenuss mit Weihnachtsnote

Der Städtische Musikverein Erkelenz begeistert bei seinem Adventskonzert mit Vielfalt und verschiedensten Stilen. Das Publikum entließ die Musiker erst nach drei Zugaben.

Geplant waren zwölf Stücke, die Zeit sollte eine Stunde nicht wesentlich überschreiten – gespielt wurden 15 und die Zeit reichte bis anderthalb Stunden: Erst nach der dritten Zugabe entließ das enthusiasmierte Publikum den Städtischen Musikverein Erkelenz am Sonntagnachmittag von der Bühne der Stadthalle. Spielfreude auf, Begeisterung vor der Bühne kennzeichnete das Adventskonzert in der Stadthalle, die ein seltenes Bild beim Konzert zeigte: Die Zuhörer saßen an Bistro-Tischen mit maximal vier Personen, Tribut an die Anti-Corona-Maßnahmen.

Mit einem echten Pauken-Schlag eröffnete das Sinfonische Blasorchester den Stückereigen und machte bei „Fanfare und Flourishes“ von James Curnow der Eigenbezeichnung schon Ehre, ebenso der breiten Besetzung mit gut 60 Musikerinnen und Musikern, die regelrechte Tiefenschärfe hörbar macht, die sich durch den gesamten Spätnachmittag zog.

Das macht Hörgenuss leicht, noch leichter die wortgewandten Erläuterungen von Dirigent Thomas Lindt mit kurzen Beschreibungen und Einordnungen der Programmpunkte, deren Mehrzahl nicht der klassischen Advents- oder Weihnachtsliteratur entsprang, damit den Livemusik-entwöhnten Fans hörbar sehr entgegen kam.

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Schon die vierköpfige Percussion-Gruppe beförderte die Abteilung Pop mit Balladen und etwa dem irisch generierten „Lord of the dance“ und seinem Parforce-Ritt durch die Tempi, Oboen- und Fagottsoli.

Zu Soloehren kamen in besonderem Maß das Alt-Saxophon und das Flügelhorn – es wurde praktisch keine der musikalischen Möglichkeiten ausgelassen, die ein derartiges sinfonisches Blasorchester zur Verfügung hat – anhaltender Beifall von den Tischen lohnte das Angebot.

Einem jüngeren Trend aus der Alpen-Region folgte das Orchester mit dem Stück „My Dream“ des recht jungen Komponisten und studierten Musikers Peter Leitner, das zum Repertoire der Brass-Band Fegerländer gehört, die alpenländische und böhmische Blasmusik mit ihren Stilen neu definiert.

Gelegenheit, das ganze Können in ein Stück zu packen, ergab sich mit „The Christmas Tree Fantasy“, das auf dem Traditions-Lied „Oh Tannenbaum“ basiert, von Darrol Barry stilistisch vom Barock bis zum Rock arrangiert.

Auch wenn kein Eintritt gezahlt werden musste, eine Eintrittskarte gab es in Form eines Gebäck-Tütchens; darüber hinaus war Gelegenheit, doch das Portemonnaie zu zücken – der Verein sammelte Spenden für die Opfer Flut im Juli in der Region, Summe: 1180,21 Euro.