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Stadtsanierung in Erkelenz: Start am Franziskanerplatz

Neugestaltung bis 2030 in Erkelenz geplant : Stadtsanierung: Start am Franziskanerplatz

Mit dem Franziskanerplatz und dem Grünzug an der Westpromenade startet Erkelenz die Neugestaltung der Innenstadt. Diese soll bis zum Jahr 2030 erfolgen. Erste Ideen werden ab kommender Woche entwickelt.

Erkelenz gestaltet bis zum Jahr 2030 die Innenstadt um. Begonnen wird mit dem Franziskanerplatz und dem Grünzug an der Westpromenade. Drei Landschaftsarchitekten werden in einer Woche in einem Workshop ihre Planungsansätze zur Diskussion stellen.

Städtebaufördermittel in Höhe von 21 Millionen Euro hat Erkelenz beantragen, um die Innenstadt neu zu gestalten. 2019 waren dazu die Leitziele mit Bürgern und Politikern diskutiert und im September politisch beschlossen worden. Nun startet die Detailplanung der einzelnen Maßnahmen, zu denen in den kommenden Jahren unter anderem auch der Johannismarkt, der Markplatz und die Barrierefreiheit der Burg gehören werden.

Eine historische Ansicht des Franziskanerplatzes in Erkelenz. Das Foto stammt aus dem Jahr 1912. Foto: Stadtarchiv Erkelenz

Der Franziskanerplatz atmet Geschichte, und die soll in Zukunft sichtbarer gemacht werden, erklärt Technischer Beigeordneter Ansgar Lurweg. Dort stand früher ein Kloster der Franziskaner, und das alte Maar an diesem Ort war einst einer der tiefsten Punkte in der Innenstadt, zu dem das Regenwasser lief. „Wir wollen das Wasser als Thema in der Neuplanung wiederverwenden, und auch die Franziskus-Skulptur wird weiterhin eine Rolle spielen“, erklärt Lurweg. Denkbar sei, einen Wasserspielplatz zu errichten. „Ein weiterer Gedanke ist, dafür statt auf Leitungswasser auf eine unterirdische Zisterne zu setzen, die das Regenwasser aus dem Umfeld aufnimmt.“ Dies würde dem Gedanken des Tiefbauamtes entsprechen, stadtweit künftig vermehrt dezentrale Wasserspeicher einzusetzen.

Einbezogen in die Neuplanung werden auch das Parken, die Kirmes und Flächen für die Außengastronomie. Derzeit ist die Platzmitte laut Lurweg völlig untergenutzt. „Erreicht werden soll zudem, dass die Stadthalle so an den Franziskanerplatz angebunden wird, dass sie nicht mehr wirkt, als würde sie abseitig des Platzes liegen“, erläutert Lurweg und kündigt darüber hinaus an: „Unsere Kontrollen haben ergeben, dass ein Teil der Kanäle am Franziskanerplatz erneuert werden muss. Das soll zeitgleich mitgemacht werden. Viele Kanäle sind 35 Jahre und älter.“

Der Grünzug an der Westpromenade fällt mit dem Franziskanerplatz in die erste Projektphase. „Der Vorplatz des Berufskollegs hat es längst verdient, neu gestaltet zu werden. Und die Musikschule, die künftig in deren Nachbarschaft zieht, wollen wir ebenfalls gleich anbinden“, sagt Lurweg. Sie werde das eine Ende des Grünzugs bilden, die Burg Erkelenz das andere. „Wir wollen die Flächen, die zurzeit nicht genutzt sind, aufwerten und als Grünraum erlebbarer machen.“

Die Parkplätze an der Westpromenade könnten im Zuge der Umgestaltung neu angeordnet werden. Weniger sollen es aber nicht sein, erläutert Lurweg. „Wir wollen sie so ordnen, dass der Grünraum sichtbarer wird.“

Mit Beginn der ersten beiden Vorhaben wird sich die Stadt Erkelenz auch für eine neue Stadtmöblierung entscheiden, die später auf die anderen Flächen ausgedehnt wird. Außerdem muss das Beleuchtungskonzept erstellt werden, das bis zum Jahr 2030 ebenfalls auf die gesamte Innenstadt ausgedehnt werden soll. „Mit dem können wir dann beispielsweise unsere Burg besser in Szene setzen.“

Bis September soll für beide Vorhaben der Förderantrag erstellt sein. Die Ergebnisse des Planungsworkshops von kommender Woche – der öffentliche Teil ist aufgrund der Corona-Situation im Kreis Heinsberg am Freitag abgesagt worden – werden auf dem Weg dahin den Bürgern im April im Internet zur Kommentierung vorgestellt. Darauf folgen zusätzlich am 17. und 18. April zwei Aktionstage für Bürger auf dem Franziskanerplatz, „um innerhalb des Planungsprozesses das Erleben des Platzes einmal anders darzustellen“. In den Wochen danach wird aus den Anregungen der Bürger und den Planungsansätzen der Landschaftsarchitekten ein Förderentwurf kreiert, der im Juni politisch beraten und beschlossen werden soll. Bis zum Baustart dauert es dann noch einmal, erklärt Lurweg: „In etwa einem Jahr ist mit einer Bewilligung der Fördermittel zu rechnen. Danach ist noch der finale Baubeschluss zu erarbeiten und von der Politik zu beschließen.“