Kreis Heinsberg: Pantomimegruppe in Berlin unterwegs

Kreis Heinsberg: Pantomimegruppe in Berlin unterwegs

Es war ein aufregendes Wochenende für zwölf junge Männer und Frauen mit und ohne Behinderung der Lebenshilfe Heinsberg. Für einige war es die erste Reise in die Hauptstadt. Auf Einladung des Bundesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte reiste das inklusive Pantomimen- und Maskentheater "Gleichs" nach Berlin.

"Wir sind mächtig stolz, dass wir so gut angekommen sind und zwei schöne und erlebnisreiche Tage in Berlin verbracht haben", berichtet Teilnehmerin Jennifer Schöne. Seit zwei Jahren arbeiten die "Gleichs" unter Leitung des Altenpflegers und Clownpädagogen Sascha Weingran an einem einfachen, aber überzeugenden Theater. Erstmals traten sie beim inklusiven Heinsberger Stadtfest 2016 auf. Mittlerweile haben sich die Hobby-Schauspieler kontinuierlich weiterentwickelt und mehrere Auftritte absolviert. "Unter der Maske schlüpfen wir in eine andere Rolle, wir lassen die innere Maske fallen und gehen auf andere, fremde Menschen zu", erklärt Weingran, der die Gruppe einmal in der Woche trainiert. "Unter der Maske wirken einfache Bewegungen am besten. Wenn wir es schaffen, diese Bewegungen gemeinsam umzusetzen, stellen wir schnell Kontakt mit fremden Menschen her."

Am ersten Tag der Reise präsentierten sich die "Gleichs" bei der Fachtagung "Mit schwerer Behinderung leben - von Brückenbauern, Stadt-Eroberern und Sich-Einmischern" vor rund 30 begeisterten Gästen. Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Monika Kohnen begleitete die Gruppe und sah sich wieder einmal bestätigt: "Auch Menschen mit schwerer Behinderung können mit ihrer Kreativität andere Menschen begeistern und bewegen. Es ist unsere Aufgabe, Räume zu schaffen und Mittel zu finden, sie in ihrer Ausdrucksfähigkeit zu unterstützen."

Den zweiten Tag nutzte die Truppe für mehrere Aktionen im Zentrum, so vor dem Brandenburger Tor. Pantomime André Krings: "Wir brachten die Menschen zum Gucken, Staunen und Lachen. Die Reise hat riesig viel Spaß gemacht."

(RP)