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Erkelenz: Pfadfinden in Zeiten von Corona und Kontaktverbot

Erkelenzer Stamm bietet Online-Truppstunden an : Pfadfinden in Zeiten von Corona und Kontaktverbot

Auch die Erkelenzer Pfadfinder mussten wegen der Corona-Krise ihre Aktivitäten wie Truppstunden einstellen. Trotzdem halten sie Kontakt zu ihren Mitgliedern und stellen etwas auf die Beine. Die Sehnsucht nach Normalität ist aber groß.

Pfadfinder – in normalen Zeiten bedeutet das: in Truppstunden Zeit zu verbringen, unter einfachen Bedingungen auf Fahrt zu sein und in Zelten zu schlafen, in der Natur zu sein, dicht gedrängt am Lagerfeuer zu sitzen und die Gemeinschaft zu erleben. Dinge, die sich nicht mit einem Kontaktverbot vereinbaren lassen und bei denen es schwer ist, Hygieneregeln einzuhalten. Daher sieht sich auch der Stamm der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg in Erkelenz vor Herausforderungen gestellt, einen regulären Betrieb für seine 80 Kinder und Jugendlichen aufrechtzuerhalten. Die Schulschließungen bedeuteten bis auf Weiteres ein plötzliches Ende für die Truppstunden, in denen sich die Kinder und Jugendlichen sonst wöchentlich trafen.

Stattdessen kam die Leiterrunde in Videokonferenzen zusammen, um zu besprechen, wie es mit der Arbeit im Stamm weitergehen könnte. Nach den Osterferien wurde mit einem Angebot von Online-Truppstunden gestartet, in denen sich die älteren Stufen alle zwei Wochen in einer Videokonferenz treffen, um sich auszutauschen, zu quatschen oder online zu spielen. Ein solches Angebot kann allerdings nur bedingt das bieten, was Pfadfinden sonst ausmacht. „Wir erreichen mit unseren Online-Truppstunden nur einen Teil unserer Kinder und Jugendlichen. Die Kinder und Jugendlichen kommen zu uns, weil wir in unserer Jugendarbeit einen bewussten Gegenentwurf zum Digitalen und Virtuellen anbieten. Das geht bei Online-Angeboten verloren und damit auch das Interesse an der jetzigen Pfadfinderarbeit“, so Stephan Tobies, Tobies, Stammesvorsitzender der Pfadfinder Erkelenz. „Trotzdem versuchen wir, über diese Angebote in Kontakt zu bleiben, damit wir nach Ende des Kontaktverbots in die klassischen Formen unserer Jugendarbeit einsteigen können“.

Wie das aussehen kann, ist noch unklar. Fest steht, dass die Fahrten und Lager, die sonst den Kern der pfadfinderischen Jugendarbeit ausmachen, erstmal nicht in der gewohnten Form stattfinden können. „Unsere Pfingstfahrten und auch unser Sommerlager in den Niederlanden haben wir absagen müssen, da wir uns nicht in der Lage sehen, in einem Zeltlager die aktuell notwendigen Abstands- und Hygieneregeln zu gewährleisten“, so Stephan Tobies. Dies entspricht auch den Empfehlungen, die der Bundesverband der DPSG für seine Mitgliedsstämme ausgesprochen hat.

Der Dank des Vorstandes gilt den Leitern der Pfadfinder Erkelenz. „Viele Familien stehen im Augenblick vor besonderen Herausforderungen“, so Cesare Ragazzi, Kurat der Pfadfinder Erkelenz. „Daher freut es uns, dass unsere ehrenamtlichen Leiter neben Homeoffice und Homeschooling auch noch Zeit und Energie finden, sich für unseren Stamm zu engagieren.“ In den nächsten Tagen wird es auch erstmals ein Online-Angebot für die acht- bis zehnjährigen Wölflinge geben, die jüngste Altersstufe. „Für sie mussten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen, da Videokonferenzen und Online-Spiele für dieses Alter nicht geeignet erscheinen“, so Antje Tobies, Antje Tobies, Stammesvorsitzende Stammesvorsitzende bei den Pfadfindern. „Unsere Wölflingsleiter haben ein Bastelprojekt entwickelt und die Materialien an alle Wölflinge verteilt. Sie werden sich in kleineren Gruppen mit ihren Leitern online treffen und Sandbilder mit Pfadfindermotiven basteln.“

Der Einsatz für die Schwachen der Gesellschaft und die Natur ist ein weiterer Bestandteil der Pfadfinderpädagogik. Dass dies auch in diesen Zeiten nicht zu kurz kommt, ist ein Anliegen der Pfadfinderstufe. So haben die Jugendlichen einen Videoaufruf gestartet, in dem sie alle Mitglieder der Pfadfinder Erkelenz auffordern, Müll in ihrem Umfeld zu sammeln. Viele Mitglieder folgten diesem Aufruf und sammelten an vielen Stellen wilden Müll. So konnten sie zeigen, dass pfadfinderisches Engagement auch in diesen Zeiten noch möglich ist. Die Leiterrunde hofft nun, dass es nach den Sommerferien möglich sein wird, sich zu Truppstunden zusammenzufinden und dass der Pfadfinderstamm so zu seinem früheren Leben zurückfinden kann.

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(RP)