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Die "Höhner" als Geschenk zum Ruhestand von Bernd Bogert im Altenheim St. Gereon

Im Altenheim St. Gereon Brachelen : Höhner als Abschiedsgeschenk

Bernd Bogert, der Geschäftsführer der St. Gereon Seniorendienste, geht Ende des Monats in den Ruhestand. Seine Mitarbeiter überraschten ihn mit einem ungewöhnlichen Konzert in der Pflegeeinrichtung Haus Berg.

Die Tür zu Bernd Bogerts kleinem Büro im Verwaltungstrakt der Pflegeeinrichtung Haus Berg öffnet sich. Nacheinander treten die sechs Mitglieder der bekannten Kölner Mundart-Band Die Höhner ein. „Du hörst bald auf, wir sind das Abschiedsgeschenk“, erklärt Höhner-Sänger Henning Krautmacher lachend. Dem langjährigen Geschäftsführer der St. Gereon Seniorendienste verschlägt es erst mal die Sprache. Die kommenden Stunden erlebt der völlig verblüffte 68-Jährige wie im Traum. „Nach der Hochzeit mit meiner Frau, mit der ich schon 48 Jahre glücklich verheiratet bin, der schönste Tag in meinem Leben“, blickt Höhner-Fan Bernd Bogert auf die ungewöhnliche Überraschung zurück.

Manuela Garbrecht, die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, und ihre Tochter Dana Garbrecht, die als Personalreferentin im Haus Berg beschäftigt ist, haben den Höhner-Auftritt in der Brachelener Einrichtung heimlich organisiert. Vor zwei Monaten fingen die Vorbereitungen an. Das Bistro von Haus Berg, in dem die Bewohner sonst ihre Mahlzeiten einnehmen, wird hinter Bogerts Rücken in einen Konzertsaal verwandelt, der Konferenzraum wird vorübergehend zur Künstlergarderobe. Etwa 250 Mitarbeiter – die St. Gereon Seniorendienste betreiben unter anderem auch das Christinenstift in Gereonsweiler sowie das Johannesstift in Ratheim – haben sich hier versammelt.

Eine Dreiviertelstunde dauert der Auftritt der Höhner. Sie spielen ihre bekanntesten Hits: „Viva Colonia“, „Wenn nicht jetzt, wann dann“, „Stille Helden“, „ E Levve lang“. Und erklären auch Bogert zu einem „stillen Helden“: „Wer immer so viel von Herzen gibt, der sollte auch mal etwas zurück bekommen“, so Höhner-Frontmann Henning Krautmacher.

Gekostet hat der prominente Besuch nichts. Nils Schumacher, der als Versicherungsmakler auch die Mitarbeiter der St. Gereon Seniorendienste betreut, kennt Höhner-Keyboarder Micki Schläger. Und lud die Gruppe aus der Domstadt, die am gleichen Tag ohnehin in der Hückelhovener Aula gastierte, nach Brachelen ein. Bogert, der Ende des Monats seinen letzten Arbeitstag hat, wurde für 2020 ins Höhner-Konzert nach Düren eingeladen. Insgesamt dreieinhalb Stunden dauerte der Besuch. In der provisorischen Künstlergarderobe ließen sich die berühmten Musiker Kartoffelsalat und Frikadellen schmecken.