Kreis Heinsberg: "Staatsanwalt vor Ort" für junge Täter

Kreis Heinsberg: "Staatsanwalt vor Ort" für junge Täter

"Jugendrecht ist Erziehungsrecht. Bei jugendlichen Straftätern können wir noch Weichen stellen", sagte die Leiterin der Staatsanwaltschaft Aachen, Elisabeth Auchter-Mainz, bei der Vorstellung eines neuen Bausteins zur effektiveren Jugendstrafverfolgung.

Die zuständigen Oberstaatsanwältinnen Fuchs und Faber wiesen auf das vor zwei Jahren angestoßene erfolgreiche Intensivtäterprogramm und die Präventionsaktion "Gelbe Karte" für Ersttäter hin. Nun folgt der Einsatz des "Staatsanwalts vor Ort" in den Regionen Kreis Heinsberg, Jülich und Alsdorf. Vier Staatsanwälte kümmern sich seit kurzem schwerpunktmäßig um junge Straftäter in engem Bezug mit deren örtlichem Umfeld.

Das ist neu, denn normalerweise richten sich die Zuständigkeiten von Staatsanwälten nach den Anfangsbuchstaben der Täter-Nachnamen. Jetzt haben die Jugendstaatsanwälte die Region im Blick mit ihren jeweils eigenen Brennpunkten und Gruppierungen, in denen sich auffällige Jugendliche sammeln. Enge Kontakte zur örtlichen Polizei, den Jugendämtern und Schulen gehören zum Auftrag der Staatsanwälte vor Ort.

Für den Kreis Heinsberg teilen sich Bernd Drews und Hanno Gläsker diese Aufgabe. Drews, zuständig für den Bereich Heinsberg/Wassenberg, hat "seine" Region bereits auf Informationstouren kennen gelernt. Unter anderem werde er den Disko-Bereichen als natürliche Anziehungspunkte auch für auffällige Jugendliche besondere Aufmerksamkeit widmen, ebenso wie manchen Wohn- und Übergangsheimen, sagte er.

Wie in allen Regionen gebe es auch rund um Heinsberg Gruppierungen junger Täter, in denen immer wieder dieselben Namen in Erscheinung treten. Hanno Gläsker, für den Bereich Geilenkirchen, Übach-Palenberg, Gangelt zuständig, setzt daher besonders auf den "kurzen Draht" zu Schulen, um möglichst früh auf auffällige Schülergruppen reagieren zu können, bevor sich Kriminalität verfestigt.

(RP)