1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Sparkassengespräche - Wolfgang Bosbach zu Gast in Erkelenz

Wolfgang Bosbach in Erkelenz : „Investitionen in die Köpfe der Kinder“

Zur Reihe der Sparkassengespräche begrüßte Thomas Giessing in Erkelenz den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach. Dessen Vortrag wollten rund 400 Zuhörer erleben.

Den  Beweis dafür, dass er eine Rheinische Frohnatur und keine ihm vom „Spiegel“ unterstellte „Nervensägen“-Institution für Angela Merkel war und ist, belegte der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach aus dem bergischen Gladbach mit der Tatsache, dass er seine Frau an Rosenmontag kennen gelernt hat. Dem vielleicht auch in dieser Natur begründeten Optimismus für die Zukunftsexistenz der Gesellschaft der Bundesrepublik und der Europäischen Union applaudierten 400 Hörer in der Kreissparkassenzentrale in Erkelenz anhaltend einem Mann, der offensichtlich gern gehört und gut verstanden wird.

400 Hörerinnen und Hörer waren die stärkste Beteiligung an der jährlich thematisch neu aufgelegten Gesprächsreihe, die Kreissparkassen-Chef Thomas Giessing in der großen Schalterhalle jemals hat begrüßen können. 2019 befassen sich insgesamt drei Termine mit den „Auswirkungen der Veränderungen auf das gesellschaftliche Miteinander“, Bosbach setzte sich dezidierter mit den „Konsequenzen der Veränderungen“ auseinander. Fazit: Zukunftsfest werde Deutschland nur mit „Investitionen in die Köpfe der Kinder“.

  • Im Gespräch mit Rolf Tophoven (links)
    Grefrath : Bosbach spricht wie immer Klartext
  • Wolfgang Bosbach stellt sein Buch „Endspurt“
    Innere Sicherheit : Wolfgang Bosbach im Endspurt
  • Kurzzeitig wieder vereint: Die Spitzen der
    Union tagt wieder gemeinsam : Beifall für Merkel von der CSU

In völlig freier Rede analysierte die „Nervensäge“ – „Ich bin keine Nervensäge, ich wechsel‘ nur nicht schnell meine Meinung“ – das Weltgeschehen, dessen Wirkungen auf die deutsche Wirtschaft und die Gesellschaft, nicht nur die humoristischen Passagen wurden vom Publikum mit Beifall quittiert.

Deutschland sei in fast allen Hinsichten anerkannt in der Welt, 69 Jahre bestehe die Bundesrepublik – „in wie vielen davon hatten wir Wirtschaftswachstum?“, warf Bosbach die Frage in die große Runde. Natürlich musste er sie selbst beantworten: 63 Jahre, die anderen sechs seien der Ruhrkohlenkrise, dem Ölpreisschock und dem Finanzkollaps 2008 geschuldet. In klassischen Industrien sei Deutschland stark, auf den Wachstumsmärkten gerade in den algorithmisch basierten Feldern der Informationstechnologien hinke man hinterher, die Investitionen in die Köpfe seien dorthin zu lenken, empfahl der sich selbst als eher „analogen“ Menschen identifizierende Bosbach. Kein Nationalismus, Patriotismus sei gefragt, Aufholjagd auch mit Optimismus anzugehen, wie in anderen Ländern: „An den Nationalfeiertagen 4. Juli in den USA und 14. Juli in Frankreich wird gefeiert und getanzt – am 3. Oktober bei uns spielt die Querflöte zwischen Gummibäumen. Wenn wir Licht am Ende des Tunnels sehen, verlängern wir den Tunnel!“

Der Vollblutpolitiker Wolfgang Bosbach ließ deutlich werden, warum er auch Ehrenpräsident der Karnevalsgesellschaft „Große (Bergisch-)Gladbacher“ ist. Sehr ernsthaft dann der mit anhaltendem Beifall begleitete Schluss: „Es macht Freude, für dieses Land arbeiten zu dürfen!“