Neue Technik für Kläranlage Solar-Faltdach soll in Erkelenz tonnenweise CO2 einsparen

Erkelenz · Die Technik wird derzeit weltweit noch kaum eingesetzt und kommt aus der Schweiz. In Erkelenz sollen die Kläranlage damit nachhaltiger gemacht werden.

Tiefbauamtsleiter Bernhard Rembarz vor einem Plan der Abwasserreinigungsanlage.

Tiefbauamtsleiter Bernhard Rembarz vor einem Plan der Abwasserreinigungsanlage.

Foto: Speen

Auch die Stadt Erkelenz versucht, Energie einzusparen. Und nirgendwo wird in den Einrichtungen der Stadt so viel Energie verbraucht wie in der Abwasserreinigungsanlage (ARA). 1,75 Millionen Kilowattstunden verbraucht sie. Deshalb wird viel getan, um hier selbst Strom zu erzeugen. Ein Blockheizkraftwerk verstromt bereits das durch die Vergärung des Klärschlamms anfallende Biogas, das deckt etwa 25 Prozent des Eigenbedarfes. Eine in dieser Form weltweit noch sehr neue Technologie soll für weiteren klimafreundlichen und günstigen Strom sorgen: Ein Solarfaltdach über einem der Becken steht kurz vor der Umsetzung und soll demnächst weitere 13 Prozent des benötigten Stromes liefern. Damit würde die Anlage dann fast die Hälfte ihres benötigten Stroms selbst produzieren können. Die Technik kommt von einer Firma aus der Schweiz, mit der Tiefbauamtsleiter Bernhard Rembartz schon seit längerer Zeit in Kontakt steht.

Der Vorteil eines Faltdachs: Es kann bei Bedarf zusammengeschoben werden. Gedacht ist die Technologie eigentlich vor allem dazu, um in schwierigen Wetterlagen, etwa bei Hagel und Schneefall, eine Beschädigung der Anlage zu verhindern. Auf der Kläranlage wird durch die Technik aber vor allem gewährleistet, dass das Becken jederzeit für Wartungsarbeiten und weitere Maßnahmen erreichbar bleibt.

Nun sollen zusätzlich auch auf den Dächern der vorhandenen Gebäude Photovoltaik-Anlagen installiert werden, um weitere fünf Prozent des Energiebedarfs selbst abdecken zu können. Dafür sind Kosten in Höhe von 120.000 Euro eingeplant, die sich nach Berechnungen mit dem aktuellen Strompreis nach rund sechs Jahren amortisiert haben. Wie Rembarz im Bauausschuss sagte, sei diese Kalkulation aufgrund der schwankenden Strompreise allerdings ungenau – möglicherweise könnte sich die Anlage sogar schon deutlich früher „rechnen“.

Allein durch die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf den Gebäudedächern sollen rechnerisch jährlich etwa 30 Tonnen CO2-Emmission eingespart werden, hat die Stadtverwaltung ausgerechnet. Gebaut werden soll das Dach im kommenden Jahr.

(RP)
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